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Zugangsbeschränkungen und Chancen(un)gleichheit im österreichischen Hochschulsystem

Die Auswertungen jener Studienrichtungen, welche in Folge des EuGH-Urteils von 2005  Maßnahmen zur Begrenzung von Studienplätzen eingeführt haben, weisen deutliche Unterschiede zu jenem Datensatz auf, der alle ErstinskribientInnen an österreichischen Universitäten zusammenfasst.

In den Fächern Human- und Zahnmedizin, hat sich in Folge von Zugangsbeschränkungen der ohnehin bereits hohe Anteil von Studierenden aus einem akademischen Haushalt weiter erhöht und auf hohem Niveau verfestigt. Kamen in den Jahren 2000 bis 2005 maximal 40 % der StudienanfängerInnen im Bereich Humanmedizin aus AkademikerInnenfamilien, so stieg der Anteil im Studienjahr 2005/06 auf 54 % und hält sich bis 2011/12 konstant über 50 %.

Für diese beiden Fächer sind die Zunahmen nicht durch den Anstieg ausländischer Studierender zu erklären, obwohl jene Studierende generell einen höheren familiären Bildungshintergrund aufweisen. Dies erklärt sich vor allem durch die Quotierung der Studienplätze an den medizinischen Universitäten: 75 % sind für InländerInnen, 20 % für EU-BürgerInnen und 5 % sind für Nicht-EU-BürgerInnen vorgesehen. Aber auch Studienfächer wie Psychologie, Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Biologie und Veterinärmedizin veranschaulichen, dass die Zugangschancen von Personen mit höherem familiären Bildungshintergrund infolge von Aufnahmeverfahren und Beschränkungen deutlich erhöht wurden. In letztgenannten Fächern ist dieser Trend zu einem erheblichen Teil mit der starken Zunahme von nicht-österreichischen Studierenden (sog. „BildungsausländerInnen“) zu erklären.

Vergleicht man diese Zahlen etwa mit der Studierenden-Sozialerhebung 2011 , in welcher für den Zeitraum der letzten 15 Jahre ein „etwas egalitärer“ Hochschulzugang attestiert wird, so weisen die Daten jener Studienrichtungen, die mittels Aufnahmetests oder anderen Formen der Selektion, beschränkt wurden, in eine andere Richtung. Hierbei kann vielmehr von einer Zunahme und – wie sich im Zeitverlauf ablesen lässt – einer Verfestigung von nicht-egalitären Zugangschancen gesprochen werden.


Art der Publikation Studie
Datum / Jahr 2014
Erscheinungsort Wien
HerausgeberIn Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien
AutorIn Claudia Friesinger, Anna Palienko, Jürgen Straner
Seitenzahl 67 S.
ISBN 978-3-7063-0496-6

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