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Transformationen der Arbeitsbeziehungen in Irland und Portugal

Im vorliegenden Beitrag wurden die Transformationen der Arbeitsbeziehungen in zwei „Krisenländern“, nämlich Irland und Portugal aufgezeigt. Diese beiden Länder repräsentieren jeweils unterschiedliche Systeme der Arbeitsbeziehungen, die wiederum unterschiedliche Modelle in der Bewältigung der Wirtschaftskrise reflektieren. Sowohl Irland, das zur liberalen Gruppe zählt, als auch Portugal, das den etatistischen Staaten zuzurechnen ist, sind dadurch gekennzeichnet, dass Kollektivvertragsverhandlungen meist dezentral bzw. wenig koordiniert ablaufen und dass die Fragmentierung der Verbände (auf beiden Seiten) hoch ist.
Sowohl in Irland als auch in Portugal sind Dezentralisierungsprozesse im Gange, die durch die Krise herbeigeführt bzw. durch sie verstärkt wurden. In beiden Ländern und somit auch in beiden Systemen der Arbeitsbeziehungen sind die Sozialpartner traditionell wenig in die nationale Sozial- und Wirtschaftspolitik eingebunden. In Irland kam es ab 2009 mit dem Zusammenbruch der sozialpartnerschaftlichen Beziehungen auch zu einem Einbruch der Beteiligung der Sozialpartner an der Wirtschafts- und Sozialpolitik. In Portugal gab es zwar keinen merklichen Einbruch der formalen Beteiligung der Sozialpartner – deren Einfluss war aber ohnehin immer gering gewesen. Es ist somit nicht verwunderlich, dass in beiden Ländern staatliche Politiken zur Bewältigung der Wirtschaftskrise nicht in vollem Ausmaß von den Sozialpartnern mitgetragen wurden bzw. werden.

Die nationale Ebene hat vor allem in den „Krisenländern“, die mit steigender Arbeitslosigkeit und steigenden Staatsschulden zu kämpfen haben, an Bedeutung verloren. Die Sozialpartner konnten in beiden Ländern nicht ihre Rolle in Krisenbewältigungsmaßnahmen einnehmen. Mit einer fortschreitenden Dezentralisierung, die auch in anderen „Krisenländern“ beobachtbar ist, ist die Voraussetzung für eine konzertierte Arbeitsweise in der Regelung von Arbeit und Entlohnung in der EU nicht gegeben; diese wäre jedoch für die Stabilisierung der Währungsunion und für eine nachhaltige Wachstumsstrategie wichtig.


Art der Publikation Studie
Datum / Jahr 2013
HerausgeberIn Arbeiterkammer
AutorIn Bernd Brandl und Bernadette Allinger
ISBN 978-3-7063-0452-8

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