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Wettbewerbs(des)orientierung

Wettbewerbsorientierung bzw. -fähigkeit wurde nach der Finanz- und Wirtschaftskrise abermals zum dominierenden wirtschaftspolitischen Leitmotiv in Europa. Die vorliegende Analyse behandelt die Frage, inwieweit dies ökonomisch gerechtfertigt erscheint. Ausgehend von der nach wie vor in fast allen europäischen Staaten festzustellenden Dominanz der Inlandsnachfrage wird argumentiert, dass durch eine einseitige Wettbewerbsorientierung das ökonomisch Wesentliche aus dem Blickfeld gerät. Das gilt auch für den Abbau der Leistungsbilanzungleichgewichte vor allem innerhalb der Eurozone, wo der Wettbewerbsfokus zu einer Überschätzung der Bedeutung der Warenexporte und deren Preise bei Unterschätzung von Gesamtnachfrage- und Vermögenseinkommensentwicklung führt.

Wir zeigen, dass insbesondere mit einem verengten Blick auf „wettbewerbsfähige“ Lohnstückkosten weder die tatsächlich beobachteten Preissteigerungen noch die Exportentwicklung adäquat erklärt werden kann. Mittels Zerlegung der inländischen Preisentwicklung in Lohn-, Gewinn- und Steuerstückkosten für ausgewählte Mitgliedsländer der Eurozone kommen wir zum Ergebnis, dass die Gewinnentwicklung in den acht Jahren vor der Wirtschaftskrise in der Eurozone den stärksten Anteil hatte. Insgesamt führt das zum Ergebnis, dass die Reformen in der europäischen Wirtschaftspolitik mehr auf einen wirkungsmächtigen Mythos denn eine wirksame wirtschaftspolitische Strategie abzielen


Art der Publikation Studie
Datum / Jahr 2012
HerausgeberIn Arbeiterkammer
AutorIn Georg Feigl und Sepp Zuckerstätter
ISBN 978-3-7063-0442-9

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