3.7.2019

Klimadialog: Wege aus der Klimakrise

Vor einem Jahr startete die AK die Veranstaltungsreihe AK Klimadialog – am 3.7.2019 diskutierten Katharina Rogenhofer (Klima­volks­begehren), Sigrid Stagl (Mitinitiatorin des Referenz­klima­planes, WU Wien) und Sylvia Leodolter (AK Wien), wie es in der österreichischen Klima- und Energie­politik weiter­gehen soll. „Es braucht rasch Antworten auf die Klima­krise und die mit ihr verbundenen sozialen Heraus­forderungen, denn Energie- und Mobilitäts­wende sind nicht nur ökologische und technologische Heraus­forderungen, sie sind auch Fragen guter Beschäftigung, gerecht verteilter Kosten und eines sicheren Zugangs zu Energie und Mobilität“, so Sylvia Leodolter.

Neben der von der EU Kommission geäußerten umfassenden Kritik an Österreichs Energie- und Klimaplan zeigt auch die am Dienstag von Wissen­schafter­Innen vorgestellte Alternative des Climate Change Centers Austria (CCCA) eindeutig den immer drängender werdenden politischen Handlungs- und Nach­besserungs­bedarf auf. „Es braucht endlich konkrete Lösungen und Maßnahmen, die gemeinsam mit Wissenschaft, Arbeit­nehmer­Innen und Zivil­gesell­schaft umgesetzt werden“, so Sylvia Leodolter.

Seit rund einem Jahr veranstaltet die Arbeiterkammer Wien in Kooperation mit dem Institute for Ecological Economics der Wirtschafts­uni­ver­si­tät Wien 4-6-mal pro Jahr den AK Klimadialog. Im vergangenen Jahr haben rund 500 Teil­nehmer­Innen aus Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Interessens­vertretungen die sozialen Heraus­forderungen der Klima­krise und deren Lösungen diskutiert. 

Für die Arbeiter­kammer Wien ist klar, dass im Zentrum der klima- und energiepolitischen Diskussionen auch der notwendige Struktur­wandel mit seinen Auswirkungen auf Beschäftigte und Regionen stehen muss. Über wirtschafts- und sozial­politische Instrumente muss sichergestellt werden, „dass niemand auf der Strecke zurück­gelassen wird und der Umbau unserer Wirtschaft und Gesellschaft auf sozial gerechte Weise geschieht. Ein gut ausgebauter Sozial­staat und zielgerichtete Investitionen sind dabei Voraus­setzung um die Veränderungen sozial gerecht zu begleiten“, so Leodolter.   

Als Sofort­maßnahme angesichts der drohenden Straf­zahlungen in Milliarden­höhe für nicht eingehaltene Klimaziele fordert die AK einen Investitionsschub für den Klimaschutz, insbesondere beim Ausbau leistbarer Öffis, thermischer Sanierung, Austausch fossiler Heizungen und Photo­voltaik: „Wir müssen in den Klima­schutz investieren, statt Straf­zahlungen zu riskieren“, so Sylvia Leodolter. „Beim Verkehr geht es vor allem darum, Pendler­Innen attraktive Alternativen anzubieten und die Mobilität der Bevölkerung im ländlichen Raum sicherzustellen. Wir müssen auf eine faire Verteilung der Kosten und Belastungen achten und brauchen Maßnahmen zur Unter­stützung jener Beschäftigten, die in Branchen arbeiten, die negativ vom Struktur­wandel betroffen sind.“

Auch im Zuge der Energie­wende darf es nicht zu einem Entstehen einer Zwei-Klassen-Energie­gesellschaft kommen. Wir müssen darauf achten, dass insbesondere einkommens­schwache Haus­halte, welche weder die finanziellen noch die technischen Mittel haben, unterstützt werden, um auch Zugang zu einer leistbaren und klima­freundlichen Ausstattung zu haben. Das heißt für uns: „Nicht der Tesla wird subventioniert, sondern die alte feuchte Wohnung saniert“, so Leodolter.