18.12.2020

Auch das Christkind verdient eine zweite Chance! 

Weihnachten steht vor der Tür – aber: auch das Christkind kann einmal danebengreifen. Die AK hat Tipps für „Late Xmas-Shopper“: Umtauschen nach Weihnachten – dafür gibt es keinen gesetzlichen Anspruch. Aber oft wird der Umtausch in Kulanz gewährt – auf die Rechnung schauen. Vereinbaren Sie heuer längere Fristen. Anders, wenn das Geschenk defekt ist, dann Gewährleistungsanspruch beim Händler einfordern. Bei Gutscheinen auch auf Fristen achten, bald einlösen.

Umtausch nicht gesetzlich verankert

„Ein gesetzliches Umtauschrecht gibt es nicht. Viele Händler räumen freiwillig einen Umtausch ein“, weiß AK Konsumentenschützerin Emanuela Prock. „Unbedingt Rechnung aufheben. Falls der Umtausch nicht auf der Rechnung steht, darauf vermerken lassen. Vereinbaren Sie heuer längere Fristen, damit genügend Zeit bleibt, in Ruhe etwas Anderes auszusuchen.“ Wer etwas umtauscht, kann sich in der Regel eine andere Ware aussuchen. Geld gibt es üblicherweise nicht zurück. Findet man nichts, erhält man einen Gutschein.

Geschenk weist einen Mangel auf? Gewähr­leistungsrecht!

Wenn das Geschenk einen Mangel aufweist, gibt es ein gesetzliches Recht auf Gewährleistung. Vorausgesetzt der Mangel war im Zeitpunkt des Kaufes bzw. bei der Übergabe bereits vorhanden. Dann muss der Händler die Ware bis zu zwei Jahre nach dem Kauf kostenlos reparieren oder austauschen. Ist das nicht möglich, kann eine Preisminderung gefordert oder – sofern kein geringfügiger Mangel vorliegt – das Geld zurückverlangt werden. „Zuständig ist Ihr Vertragspartner, machen Sie die Mängel beim Händler schriftlich und eingeschrieben geltend“, rät Prock.

Die Garantie hingegen ist eine freiwillige Zusage, meist des Herstellers, es kann auch der Händler sein. Es handelt sich um eine vertraglich vereinbarte Haftungsübernahme, ohne eine entsprechende Garantieerklärung besteht daher auch kein Garantieanspruch.

Fristen bei Gutscheinen beachten

Gutscheine unterm Christbaum? Gutscheine sind generell 30 Jahre lang gültig, bestätigte der Oberste Gerichtshof. Eine Verkürzung ist zwar möglich – aber nur mit einem triftigen Rechtfertigungsgrund des Unternehmers. Nach Ablauf einer unzulässigen Befristung können Gutscheine nun nicht mehr für wertlos erklärt werden. Der Gutschein muss verlängert oder der Kaufpreis zurückerstattet werden. Problematisch: Wenn der Gutscheinaussteller pleitegeht, sind die Gutscheine de facto wertlos. Bei einer Konkursforderung lohnt es sich oft nicht, den Anspruch angesichts geringer Quoten und Gerichtskosten anzumelden. „Am besten: Gutscheine immer im Geldbörsel haben und möglichst rasch einlösen.“   

Bei Onlinekäufen gibt es grundsätzlich ein 14-tägiges Rücktrittsrecht – davon gibt es jedoch Ausnahmen, etwa bei entsiegelten CDs, DVDs und Konzerttickets. Werden KonsumentInnen über das Rücktrittsrecht nicht ordentlich informiert, verlängert sich die Frist um zwölf Monate. 

Onlineshoppen – So tappen Sie nicht ins Netz von unseriösen Anbietern

  • Finger weg von unbekannten Shops: Kennen Sie einen Händler nicht, googeln Sie die Website. Bei überwiegend negativen Meinungen oder keinen Suchergebnissen woanders einkaufen.  

  • Aufs Impressum achten: Schauen Sie auf das „Impressum“, „Über uns“ oder „Kontakt“. Verdächtig: Sie finden keine Händler-Angaben, er stellt Ihnen bloß ein Kontaktformular zur Verfügung. Achten Sie im Impressum auf den Sitz des Händlers. Bei Anbietern etwa aus China oder den USA können zusätzliche Zollgebühren oder bei Zahlung Wechselkursgebühren anfallen. 

  • Vorsicht, Schnäppchen: Sehr billige Preise von unbekannten Anbietern sind ein Indiz für einen Fake-Shop. Vergleichen Sie Preise bei Preisvergleichsplattformen, etwa geizhals.at, idealo.at, ... Liegt der Preis sehr deutlich unter dem „Marktpreis“, dann sollten die Alarmglocken schrillen. Suspekt: Jedes Produkt hat einen fetten Rabatt und ist lagernd – gängiger Trick bei Fake-Markenwaren. Im Packerl ist billiger Ramsch.  

  • Achtung beim Bezahlen: Finger weg, wenn Sie bei einem Online-Shop nur im Voraus, mit Kryptowährungen oder anderen anonymen Zahlungsmittel zahlen können.
      
  • Gütezeichen – sicher ist sicher: Das Österreichische E-Commerce-Gütezeichen steht für ein sicheres Online-Shopping. Online-Shops mit diesem Zeichen werden regelmäßig genau überprüft. Achtung, auch Fake-Shops verwenden es teilweise. Klicken Sie auf das Logo, um zu prüfen, ob es echt ist. Der Klick muss Sie auf die Website guetezeichen.at führen. Dort wird bestätigt, dass der Shop wirklich zertifiziert ist. Gibt es keinen Link, dann ist es nicht echt. 

  • Rat und Hilfe: Die AK KonsumentInnenberatung (01 501 65 1209, Mo – Frei 8h – 12h) hilft, wenn Sie sich bei Online-Händlern nicht sicher sind. Die Watchlist Internet führt eine Liste betrügerischer Online-Shops, die Ihnen bereits bekannte Fake-Anbieter nennt.