2.9.2019

Anderl: Sinnvolle Arbeit in Gemeinden finanzieren um Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen

Das Arbeitsmarktservice geht davon aus, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt ab Herbst verschlechtern wird - trotz derzeit rückläufiger Arbeitslosigkeit. Bei der Langzeitarbeitslosigkeit haben selbst die Jahre eines deutlichen Beschäftigungszuwachses nicht dazu geführt, dass diese in Österreich deutlich gesunken ist. Ältere ArbeitnehmerInnen und ArbeitnehmerInnen mit Gesundheitsproblemen leben nach wie vor mit dem hohen Risiko, sehr lange arbeitslos zu bleiben, wenn sie ihren Arbeitsplatz verlieren - trotz vieler Förderungen, die das AMS für diese Gruppen einsetzt.

„Hier wirken die Vorbehalte und Vorurteile in den Unternehmen gegen die Beschäftigung dieser Menschen viel zu stark“, betont AK Präsidentin Renate Anderl anlässlich der Arbeitsmarktzahlen für August. Den Betroffenen ist oft auch nicht mit einer kurzen „Transit-Beschäftigung“ in einem Beschäftigungsprojekt geholfen. In vielen Fällen gelingt dieser „Transit“ auf einen Arbeitsplatz in einem Unternehmen nicht, auch bei jenen nicht, die gut ausgebildet sind. Anderl will daher, dass der Staat sinnvolle Arbeit in den Gemeinden finanziert statt die Langzeitarbeitslosigkeit. „Dabei sollen die Bürgerinnen und Bürger in den Kommunen mitbestimmen, wo diese zusätzlichen Arbeitsplätze geschaffen werden können. Das schafft eine win-win-Situation“, ist Anderl überzeugt.

Auf kommunaler Ebene können derzeit viele soziale, kulturelle oder ökologische Anliegen der Bevölkerung nicht ausreichend erfüllt werden. Es fehlt den Gemeinden die Finanzkraft zur Beschäftigung der dafür notwendigen Personen. Hier sollte der Staat für einen Ausgleich sorgen und den Menschen, die nach einer sinnstiftenden Arbeit suchen, eine Perspektive geben. Das kann auch dazu beitragen, die Ausdünnung der sozialen Infrastruktur in den Gemeinden zu verhindern. Damit derartige Programme erfolgreich sind, braucht es neben ausreichender Finanzierung auch Zeit und Sicherheit. Denn das Auffinden und Schaffen von neuen Beschäftigungsmöglichkeiten auf kommunaler Ebene ist nicht einfach und wird umso schwieriger, wenn derartige Aktionen zeitlich befristet sind.