19.7.2019

Jahrelange Mehrarbeit – Schwerarbeitspension erfolgreich eingeklagt

Schweres Heben und Tragen, regelmäßiges Bücken und bis zu 61 Überstunden monatlich und trotzdem keine Schwerarbeit? Die Pensions­versicherungs­anstalt (PVA) hat dies abgelehnt. Nach der Rechts­vertretungs­über­nahme durch die Arbeiter­kammer konnte für Herrn K. doch die Schwer­arbeits­pension erreicht werden. Herr K. kann nun mit Anfang 2020 seine hart verdiente Schwer­arbeits­pension antreten. 

Herr K. arbeitete 40 Jahre lang als Fabrik­arbeiter

Herr K. hat, nachdem er fast 40 Jahre lang durchgehend schwere körperliche Arbeit als Fabrik­arbeiter bei einem großen Chemie­waren­handel geleistet hat, die Feststellung von Schwer­arbeits­zeiten bei der PVA beantragt. Sein Arbeitgeber hat das Vorliegen von Schwer­arbeit auch bestätigt, die PVA hat den Antrag dennoch abgelehnt.

Dagegen hat Herr K. – noch ohne Vertretung - Klage eingebracht. Als er zur AK kam, lag bereits ein gerichtliches Gutachten eines Sach­verständigen vor. Der Gutachter kam ebenfalls zum Ergebnis, dass Herr K. keine Schwer­arbeit geleistet habe, weshalb auch das Gerichts­verfahren negativ auszugehen drohte. 

Ergänzungs­gutachten bestätigt Schwer­arbeit

Die AK konnte eine neuerliche Befragung des Klägers durch den Sach­verständigen erreichen. Herr K. musste nochmals seine Tätigkeiten und Arbeits­zeiten ausführlich schildern. Es wurde nun genauer erhoben, welche Gewichte mit welchen Hilfs­mitteln Herr K. bewegen musste, und es wurde ein Zeuge befragt. 

Herr K. musste täglich schwer heben und bei­spiels­weise 25 kg schwere Säcke und 35 kg schwere Kübel händisch über mehrere Stufen tragen. Hinzu kam, dass Herr K. zahlreiche Über­stunden leistete und teilweise auch am Samstag arbeitete – auch darüber wurde von der AK Vertretung eine Bestätigung vorgelegt. Durch­schnittlich leistet K. 15 Überstunden monatlich, zu Spitzenzeiten kam er auf 61 Über­stunden in einem Monat. Diese Über­stunden sind bei der Berechnung, ob Schwer­arbeit vorliegt, zu be­rück­sichtigen. Im Ergänzungs­gutachten des Sach­verständigen wurde dann klar bestätigt, dass Herr K. Schwer­arbeit geleistet hat, selbst wenn er nicht die vielen Überstunden geleistet hätte.