Kind mit Maske geht zu Schule © detailblick-foto, stock.adobe.com
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14.11.2020

Paket gegen Lernrückstände schnüren

Die Senkung des Virusgeschehens ist zentral und große Einschränkungen dafür notwendig. Die AK hatte gehofft, dass das ohne Schulschließungen möglich ist. „Die fehlende Vorbereitung auf diese Situation spüren jetzt die SchülerInnen“, zeigt sich AK Präsidentin Renate Anderl besorgt. 

Damit die nun entstehenden Nachteile für Kinder und Jugendliche so gut wie möglich abgefedert werden können, fordert die AK nun rasches Handeln. Wichtig ist, dass die Betreuung für Kinder, deren Eltern berufstätig sind in den Schulen qualitativ hochwertig ist. Eltern dürfen kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie die Kinder zur Betreuung in die Schulen bringen. 

SchülerInnen brauchen bessere Ausstattung 

Nicht jedes Kind ist ausreichend mit Laptop oder Tablet ausgestattet, in vielen Familien teilen sich mehrere Kinder ein Gerät. Das führt zu Problemen, wenn mehrere Kinder gleichzeitig für die Schule arbeiten sollen. Vor Beginn der Distance-Learning-Phase muss abgeklärt werden, ob jedes Kind ausreichend ausgestattet ist, gegebenenfalls müssen Geräte zur Verfügung gestellt werden.

Schule muss klar kommunizieren, was sie erwartet

Die Schule muss außerdem klar kommunizieren, was sie erwartet: „Eltern und Kinder müssen wissen, wann was wie zu machen ist, wo Schulunterlagen heruntergeladen werden können und wo sie Unterstützung finden. Außerdem brauchen alle Beteiligten eine Struktur, die etwa durch täglichen Kontakt zwischen LehrerInnen und SchülerInnen sichergestellt werden muss“, mahnt Anderl. 

Kontakte und Klassengemeinschaft pflegen

Da Distanzunterricht nun unvermeidbar ist, muss es Möglichkeiten geben, den täglichen Kontakt zu pflegen. Ziel muss sein, die Klassengemeinschaft zu erhalten und Lernerfolge sicherzustellen. Das gilt ganz besonders für Kinder mit besonders großen Lernrückständen. Abgesehen davon braucht es Ausnahmen, damit Kinder auch bei Schulschließungen zumindest zwei bis drei Freunde treffen dürfen. Kindern brauchen Kinder!

Mehr Hilfe für mehrsprachige Kinder

Besonders zu berücksichtigen sind mehrsprachige Kinder: Schulmaterialien und Distance-Learning müssen natürlich auch für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache in adäquater Form zur Verfügung stehen.

Schulförderung nach Chancenindex

Zusätzlich muss der AK-Chancenindex nun so schnell wie möglich umgesetzt werden. Bei einer Bildungsfinanzierung nach diesem Index bekommen Schulen umso mehr Mittel, je mehr SchülerInnen sie haben, denen ihre Eltern nicht beim Lernen helfen können. Denn jedes Kind soll bestmöglich gefördert werden und Lernerfolg haben können, unabhängig davon, wie viel Geld die Eltern haben. Schulen mit vielen sozial benachteiligten SchülerInnen sind von der derzeitigen Corona-Situation ganz besonders betroffen – egal, ob im Präsenzunterricht oder beim Distance-Learning.

„Der Bildungsminister ist nun gefordert, bereits heute ein Paket mit Maßnahmen zu schnüren, damit Lernrückstände in den Präsenzphasen nach den Schulschließungen wieder aufgeholt werden können!“, so Anderl.