1.6.2017
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Reisestornos – Blick ins Kleingedruckte lohnt sich

Achtung, im Kleingedruckten von Reiseversicherungen lauern oft Fallen. Eine aktuelle AK Auswertung von 75 schriftlichen KonsumentInnenanfragen zu Reiseversicherungen zeigt: Jeder zweite Konsument schlägt sich mit Fragen rund um die Stornierung der Reise herum. Dabei geht es meist um die Stornogründe – die Versicherung will nicht zahlen.

Kein gesetzliches Rücktrittsrecht bei Reisebuchungen

„Der Abschluss einer Reise-Stornoversicherung macht vor allem bei lang im Voraus gebuchten und teureren Reisen Sinn“, betonen die AK KonsumentenschützerInnen. Ein häufiger Grund für Reisestornos: die plötzliche schwere Erkrankung eines Reisenden oder eines Familienangehörigen. Genau diesen Fall kann die Reisestornoversicherung abfangen. Da es bei Reisebuchungen kein gesetzliches Rücktrittsrecht gibt, fallen in der Regel Stornokosten an, die vom Reiseveranstalter verrechnet werden. Diese sind meist zeitlich gestaffelt – je näher der Abreisezeitpunkt rückt, desto höher werden sie. Sie variieren von Reiseveranstalter zu Reiseveranstalter.

Aufreger Nummer eins: Unstimmigkeiten über Stornogründe

Eine AK Auswertung zeigt aber auch, dass es beim an sich überlegenswerten Reiseversicherungs-Stornoschutz zu Problemen kommen kann: Jede zweite Anfrage zu Reiseversicherungen in der AK KonsumentInnenberatung dreht sich um die Reise-Stornoversicherung. „Aufreger Nummer eins in der AK Beratung sind Unstimmigkeiten über Stornogründe“. „Verschiebt sich etwa ein geplanter Operationstermin, so dass die Reise nicht angetreten werden kann, ist das nicht immer von einer Stornoversicherung gedeckt. Auch chronische Leiden sind oft ausgeschlossen.“ Daher raten die AK ExpertInnen: „Es ist notwendig, die Stornobedingungen genau zu lesen.“

Drei Tipps für Reisende:

  • Schon versichert? Prüfen Sie, ob Sie bereits über eine Klub- oder Vereinsmitgliedschaft oder einen Kreditkartenvertrag versichert sind. Achten Sie bei einer Versicherung via Kreditkarte auf Bedingungen wie regelmäßige Verwendung der Kreditkarte.
     
  • Blick ins Kleingedruckte: Schauen Sie vor Vertragsabschluss die Stornogründe im angebotenen Tarif genau an! Es gibt übliche Stornogründe (Basis-Schutz), etwa Erkrankung, unfallbedinge Verletzung oder Verlust des Arbeitsplatzes, und erweiterte Stornogründe, zum Beispiel das Akutwerden chronischer Erkrankungen. Diese sind meist in Zusatzpaketen (etwa als „Premium-Schutz“) enthalten. Prüfen Sie daher, ob es Ausschlüsse oder Selbstbehalte gibt. 
     
  • Achtung, Fristen für Vertragsabschluss: Achten Sie darauf, ob Ihr Storno-Tarif eine Karenz- oder Wartefrist beinhaltet. Es ist möglich, dass die Frist verstreichen muss, ehe der Vertrag seine vollständige Gültigkeit erlangt. Checken Sie auch die Laufzeit des Vertrages und etwaige Kündigungsklauseln. 

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