1.6.2018
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Arbeitsmarktdaten: Qualifizierung ist Gebot der Stunde

„Trotz guter Entwicklung müssen wir noch immer eine höhere Arbeitslosigkeit verzeichnen als vor der Krise 2009. Es gibt also keinen Grund, bei den Anstrengungen in der Arbeitsmarktpolitik nachzulassen“, fordert Alice Kundtner, stellvertretende Direktorin und Bereichsleiterin für Soziales in der AK Wien. Besonders wichtig ist, dass beim Arbeitsmarktservice (AMS) Vorgemerkte so betreut werden, damit sie auf die im Konjunkturaufschwung entstehenden Arbeitsplätze vermittelt werden können. Das – so Kundtner – geht nur, wenn in die Qualifikation der Arbeitssuchenden investiert wird, insbesondere auch bei bereits länger vorgemerkten.

Um auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig Chancen zu haben, geht es auch um die Qualifizierung der Beschäftigten. Der digitale Wandel in der Wirtschaft führt zu einem hohen Bedarf an beruflicher Weiterbildung (Umschulung, Höherqualifizierung). „Wir haben das Modell des Qualifizierungsgeldes entwickelt, das längere und intensivere Aus- und Weiterbildung mit Rechtsanspruch und besserer Existenzsicherung vorsieht. Die Regierung sollte dieses Modell rasch umsetzen“, sagt Kundtner.  

AMS braucht mehr Personal

Um die Arbeitssuchenden besser bei der Vermittlung betreuen zu können, braucht das AMS mehr Personal. Das immer wieder ins Treffen geführte Kostenargument lässt Kundtner nicht gelten. Die Evaluierung von Pilotprojekten hat gezeigt, dass es zu rascheren Vermittlungen kommt, wenn die Unterstützung intensiver ist. „Die Mehrkosten für das Personal sind durch die Einsparungen in der Arbeitslosenversicherung mehr als aufgewogen worden.“  

Gleichzeitig bei Mindestsicherung und Deutschkursen sparen verschärft Probleme

Zu den Plänen der Regierung zur Mindestsicherung sagt AK Kundtner: „Es zeichnet sich aus AK Sicht bisher ab, dass zentrale Probleme bei der Integration von Zuwanderern und Asylberechtigten ungelöst bleiben bzw. sich noch verschärfen könnten.“ 

1. Es wird für die Menschen schwer, den Arbeitsmarktqualifizierungsbonus über 300 Euro zu bekommen, wenn gleichzeitig die Mittel für Deutschkurse und Fachausbildungen gekürzt werden. 

2. In den Vorschlägen, die die Regierung bisher vorgelegt hat, fehlt jeglicher Anreiz, eine Berufsausbildung zu machen. Das gilt für alle Jugendlichen, die einen Pflichtschulabschluss haben und die es am Arbeitsmarkt ohne Berufsausbildung auf Dauer sehr schwer haben werden. 

3. Ohne den Arbeitsmarktqualifizierungsbonus bleiben nur mehr 563 Euro. Das ist zu wenig zum Leben und erhöht den Druck jede Arbeit um jeden Preis – auch unter Kollektivvertrag entlohnt – anzunehmen. Das macht es Schwarzarbeitgebern leichter. Das resultierende Lohn- und Sozialdumping erhöht gleichzeitig den Druck auf alle anderen ArbeitnehmerInnen und geht auf Kosten der Gemeinschaft der sozialversicherten ArbeitnehmerInnen und der SteuerzahlerInnen.

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