13.5.2019

Reigen der Preiserhöhung bei Strom und Gas setzt sich fort

Schon mit Anfang Mai erhöhte der Verbund sowohl die Strom- als auch die Gas­preise, wodurch sich die jährliche Strom­rechnung für durch­schnittliche Strom­kund­Innen um 59 Euro erhöht (für Gas­kund­Innen um 71 Euro). Wie am 13.5.2019 angekündigt, erhöht die Wien Energie ihre Strom- und Gaspreise ab 1. Juni.

Für einen durch­schnittlichen Strom­haushalt (3.500 kWh pro Jahr) bedeutet dies jährliche Mehr­kosten von rund 42 Euro, für einen durch­schnittlichen Gaskunden (15.000 kWh pro Jahr) von rund 30 Euro pro Jahr. Auch die EVN und die Energie Burgenland erhöhen die Strom- und Gaspreise für ihre Haus­halts­kund­Innen. Auch einige kleiner Energie­lieferanten und Stadt­werke haben ihre Strom­preise mit Anfang Mai erhöht. 

Begründet werden diese Steigerungen mit gestiegenen Groß­handels­preisen und den Auswirkungen der Trennung der Strom­preis­grenze zwischen Österreich und Deutschland. Tatsächlich lässt sich ein allgemeiner Anstieg der Energie­preise auf Groß­handels­ebene beobachten. „Allerdings sollte den Preis­steigerungen genauer auf den Zahn gefühlt werden“, so Christa Schlager, Leiterin der AK Wirtschafts­politik.

Auffällig für die AK ist, dass Strom­preis­senkungen auf den Groß­handels­märkten in der Vergangenheit nur sehr zögerlich und nicht in voller Höhe an die Haus­halts­kund­Innen weitergegeben wurde. Preis­erhöhungen werden hingegen sehr rasch und umfangreich an die privaten Haushalte weitergereicht. Die AK fordert daher die zuständigen Aufsichts­behörden – E-Control und Bundes­wett­bewerbs­behörde (BWB) – auf, die neuen Entwicklungen auf den Strom- und Gasmärkten wett­bewerbs­rechtlich unter die Lupe zu nehmen.  

Die letzte Sektoren­untersuchung der Bundes­wett­bewerbs­behörde für Strom und Gas ist bereits 13 Jahre her. In der Zwischen­zeit hat sich die Welt der Energie­erzeugung schon mehr als einmal gedreht und grundsätzlich geändert – von der Energie­erzeugung über gesetzliche Regelung bis hin zu neuen Markt­akteuren. Es ist daher mehr als dringend an der Zeit, die Erhöhungen der Energie­preise nicht nur zu beobachten, sondern die Ursachen der Erhöhungen zu überprüfen.

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