23.1.2019

Mode­schmuck­unternehmen Pierre Lang ist insolvent

Bei den beiden Gesellschaften Pierre Lang und Hans Andersen Ges.m.b.H. sind insgesamt 249 MitarbeiterInnen beschäftigt. Die Dienstverhältnisse bleiben weiter aufrecht und die MitarbeiterInnen müssen weiter ihre Arbeitspflicht erfüllen. AK Präsidentin Renate Anderl sagt: „Eine Insolvenz ist immer eine schwierige Situation für die Menschen. Man weiß nicht, wie es mit dem Arbeitsverhältnis weitergeht und die Rechnungen kommen trotzdem. Die AK ist für die Beschäftigten da. Wir beraten Sie!“  

Belegschaftsversammlungen werden schon in der nächsten Woche im Betrieb durchgeführt. Die Organisation der Versammlungen wird von AK und ÖGB mit Betriebsrat, Verwalter und Geschäftsführung abgestimmt. In diesen Versammlungen erhalten die Beschäftigten alle Informationen darüber, was die Insolvenzeröffnung für sie bedeutet und was zu tun ist, damit die offenen Ansprüche so rasch wie möglich als Insolvenz-Entgelt ausbezahlt werden können. 

Die offenen Ansprüche der MitarbeiterInnen bis zur Insolvenzeröffnung dürfen nicht mehr von der Firma ausbezahlt werden, sondern müssen im Insolvenzverfahren angemeldet werden. Die Forderungen sind gesichert durch den Insolvenz-Entgelt-Fonds, und zwar bis zu sechs Monate rückwirkend. Die Insolvenzeröffnung beendet nicht die Arbeitsverhältnisse. Obwohl die MitarbeiterInnen ihr Geld nicht regulär ausbezahlt erhalten, müssen sie weiterhin ihre Arbeit leisten. Wie es konkret weitergeht, ob die geplante Sanierung gelingt oder ob Arbeitsverhältnisse beendet werden müssen, wird erst die weitere Entwicklung zeigen. 

Wichtig ist, dass die Forderungen, die jetzt offen sind, so rasch wie möglich bezahlt werden können. Der Insolvenzschutzverband für ArbeitnehmerInnen (ISA), ein gemeinsamer Verein von AK und Gewerkschaften, hilft den MitarbeiterInnen durch Berechnung und Durchsetzung der Ansprüche. Der ISA setzt sich dafür ein, dass die gesetzlich vorgesehene Prüfung durch den Insolvenz-Entgelt-Fonds und den Verwalter schnellstmöglich erfolgt, damit die Menschen nicht auf ihr Entgelt warten müssen. 

Vertreten werden die ArbeitnehmerInnen sowohl im gerichtlichen Insolvenz­verfahren als auch im Verfahren zur Geltendmachung der Ansprüche vor dem Insolvenz-Entgelt-Fonds vom ISA. Im Jahr 2018 hat der ISA österreichweit 22.871 ArbeitnehmerInnen vertreten. 157 Millionen Euro an Insolvenzentgelt konnten für die ArbeitnehmerInnen durchgesetzt werden. Die Vertretung durch den ISA ist für ArbeitnehmerInnen kostenlos.