17.7.2020

Panne bei Öffi-Tariferhöhung führt zu drastischen Härtefällen

Die vom Verkehrsverbund Ost (VOR) seit dem 1. Juli eingeführten Tariferhöhungen treffen einige Bahnpendlerinnen und Bahnpendler viel härter als andere. Bei der AK Beratung haben sich Fahrgäste gemeldet, bei denen die Erhöhung nicht die angekündigten 1,5 Prozent ausmacht. In Einzelfällen sind es über 170 Euro oder 7 bis 27 Prozent mehr pro Jahr. 

So war für eine VOR-Jahreskarte von St. Andrä-Wördern bis zur Wiener Stadtgrenze ab dem 1. Juli 616 Euro zu bezahlen, davor waren es 444 Euro. „Grund dürfte ein Computerfehler beim Verkehrsverbund Ost sein“, sagt die Leiterin der AK Abteilung Umwelt und Verkehr Sylvia Leodolter.

Prüfen Sie die neuen Preise Ihrer Zeitkarten!

Die AK rät allen Fahrgästen die Kosten ihrer Zeitkarten und anderer Tickets, die seit Juni/Juli gekauft oder verlängert wurden, zu überprüfen und mit jenen des Vorjahres zu vergleichen. „Der Verkehrsverbund hat auf Nachfrage der AK zugesagt, dass bis 1. August die Fehler im System korrigiert und die unrechtmäßigen Mehrkosten zurückerstattet werden. Wir werden dranbleiben.“ 

Erhöhung ist ein „falsches Signal zum falschen Zeitpunkt“ 

Die AK hatte die Erhöhung als „falsches Signal zum falschen Zeitpunkt“ kritisiert.  „Viele Beschäftigte konnten durch Homeoffice, Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit ihre schon bezahlen Monats- oder Jahreskarten nicht oder nur bedingt nutzen“, so Leodolter. „Die Wiener Linien sind mit gutem Beispiel vorangegangen und haben beispielsweise die Gültigkeit der Studententickets sogar über den Sommer verlängert.“