10.1.2018

Familienfreundlich wären niedrigere Kinderbetreuungskosten

Österreich lässt sich die Familienförderung im internationalen Vergleich einiges kosten. Doch die Mittel fließen hauptsächlich in Geld- statt in Sachleistungen. So hinkt Österreich bei der Kinderbetreuung hinterher. „Familien haben in großen Teilen Österreichs Schwierigkeiten einen Kinderbetreuungsplatz mit ausreichenden Öffnungszeiten zu finden, der auch leistbar ist“, so Alice Kundtner, Leiterin des Bereichs Soziales in der AK Wien. „Mehr Kinderbetreuungsplätze und ausreichende Öffnungszeiten zu schaffen wäre wichtiger. Eine echte Entlastung für alle Eltern, nicht nur für Besserverdiener, wäre eine Reduzierung des Kindergartenbeitrags und dass der 12-Stunden-Tag nicht zur betrieblichen Normalität wird. Damit wäre auch AlleinerzieherInnen mehr geholfen.“

Als Ausgleich dafür, dass der Familienbonus nur für jene Familien gilt, die Einkommen über der Lohnsteuergrenze haben, sollen Alleinverdiener- und Alleinerzieher-Absetzbetrag erhöht werden. „Frauenpolitisch ist eine steuerliche Familienförderung fragwürdig“, so AK Kundtner. „Wir wissen aus der AK Steuerrechtsberatung, dass Frauen oft fragen: ,Wieviel darf ich verdienen, damit mein Mann den Alleinverdienerabsetzbetrag nicht verliert?‘ Wenn gleichzeitig der 12-Stunden-Tag zur Normalität erklärt werden soll, bei dem Arbeitszeiten mit Kinderbetreuung unvereinbar werden, drängt das Frauen in niedrig bezahlte Teilzeit oder aus dem Erwerbsleben.“

TIPP

Eine Analyse zum Familienbonus gibt's am Blog „Arbeit und Wirtschaft“. Mehr ...