9.3.2018
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Kaske irritiert von Aussagen von Kardinal Schönborn

Für Kritik und Unverständnis sorgen Aussagen von Kardinal Christoph Schönborn bei AK Präsident Rudi Kaske. Schönborn hatte – im Gegensatz zur Caritas – die schwarz-blauen Budgetpläne verteidigt. Es sei „nicht nur ungewöhnlich, sondern auch befremdlich“, dass sich Kardinal Christoph Schönborn in die aktuelle innenpolitische Debatte einmische.

Dass der Kardinal, angesichts der massiven Einsparungspläne im Bereich der Arbeitsmarktpolitik, der Integration von Flüchtlingen sowie bei der Aktion 20.000 das anvisierte Nulldefizit als mutig bezeichne, sei „seltsam“, so Kaske. Denn die derzeit rund 440.000 arbeitslosen Menschen in Österreich könnten nicht von christlicher Nächstenliebe leben, sie bräuchten Unterstützung durch den Sozialstaat. „Das heißt einerseits finanzielle Unterstützung, insbesondere auch durch den Erhalt der Notstandshilfe, und andererseits die Möglichkeit zur Weiterqualifizierung, um bessere Chancen auf eine Beschäftigung zu haben“, so der AK Präsident.

Die Aussage des Kardinals, dass Österreich 1970 schuldenfrei gewesen sei, sei zudem auch nicht richtig. Irritierend für Kaske ist zudem, dass Kardinal Schönborn in der Aussendung der kathpress (8. März) davon spreche, dass das Nulldefizit eben „Opfer“ erfordere und alle zusammenhalten müssten, „dann wird die Last der Opfer gerecht verteilt werden“, aber mit keiner Silbe auf die steuerlichen Privilegien eingehe, die die Kirche in Österreich genieße. „Ich schätze Kardinal Schönborn“, sagt AK Präsident Rudi Kaske. Dieser solle aber nicht den „Kardinalfehler“ begehen, dass sich die Kirche zum Sprachrohr der Regierung macht, so Kaske abschließend.

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