3.12.2019

PISA-Ergebnisse: Jetzt endlich jedem Kind seine gerechte Chance bieten

„Schule muss Chance, nicht Schicksal sein“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl zum Abschneiden unseres Schulsystems beim Schulvergleich PISA: „Im Spitzenfeld ist Österreich bei der Benachteiligung von Kindern aus finanziell schwächeren Familien in der Schule. Das sei „unerträglich“. 

Schulfinanzierung nach Chancenindex überfällig

Die AK fordert eine Schulfinanzierung nach Chancenindex. Schulen müssen mehr Mittel bekommen, wenn sie viele SchülerInnen haben, die zusätzliche Förderung brauchen. Anderl: „Für eine neue Regierung muss endlich Schluss mit dem Klein-Klein bei Bildungsreformen sein. Wir brauchen eine Schule, die jedem Kind seine gerechte Chance bietet.“

Welche Schule ein Kind besucht, ist gerade für Kinder aus bildungsärmeren Familien eine Schicksalsfrage, zeigt der Schulvergleich. Wenn viele Kinder, die zusätzliche Förderung brauchen, die gleiche Schule besuchen, kommen die PädagogInnen nicht nach. Das einzelne Kind bleibt auf der Strecke. An diesen Schulen brauchen die Kinder zusätzliche und an die Schulumgebung angepasste Art der Unterstützung. 

Eine Schulfinanzierung nach Chancenindex berücksichtigt, unter welchen Bedingungen jede einzelne Schule arbeitet – und welche Mittel sie braucht, um alle SchülerInnen so zu fördern, damit sie die Lernziele erreichen.

Das AK-Modell

Jede Schule bekommt dieselbe Basisfinanzierung wie jetzt – und dazu gibt es für jede Schule, abhängig vom Förderbedarf der Kinder, zusätzliche Mittel. Damit kann die Schule für ihre Kinder, für ihr Umfeld die richtigen Maßnahmen entwickeln. 

Die Schulfinanzierung nach Chancenindex würde zwischen 300 und 350 Millionen Euro im Jahr kosten – ziemlich genau so viel, wie das österreichische Bildungsbudget unter dem OECD-Durchschnitt liegt. Anderl: „Mit dem Chancenindex könnten wir bei den Mitteln für Bildung sinnvoll an den internationalen Durchschnitt herankommen.“