Hohe Mietsteigerungen - der Hauptmietzins macht's, nicht die Betriebskosten!

Die extremen Mietensteigerungen von 2008 bis 2019 sind auf höhere Hauptmietzinse zurückzuführen. Die Betriebskosten sind lediglich so wie die Teuerungsrate gestiegen. Das zeigt eine AK Analyse über Betriebskosten. Die AK macht dafür zwei wesentliche Ursachen fest: Wohnungswechseln heißt für MieterInnen oft deutlich mehr Miete zahlen als die VormieterInnen. Bei Mietvertragsverlängerungen wird es häufig auch viel teurer. 

Größter Anstieg bei privaten Mietwohnungen

Die AK Analyse zeigt konkret: Die überproportionalen Mietensteigerungen zwischen 2008 und 2019 sind ausschließlich auf höhere Hauptmietzinse zurückzuführen. Die Betriebskosten sind österreichweit – wie auch in Wien – im Vergleichszeitraum lediglich im Rahmen der allgemeinen Teuerung gestiegen. Die mit Abstand größten Steigerungen bei den Hauptmietzinsen gab es bei privaten Mietwohnungen. „Das bedeutet: Die Mietwohnungen von gemeinnützigen Bauvereinigungen und Gemeinden dämpfen den Preisauftrieb am gesamten Mietwohnungsmarkt“, sagt Thomas Ritt, Leiter der AK Abteilung Kommunalpolitik und Wohnen.

Teure Wohnungswechsel und Vertragsverlängerungen

Die überproportionalen Steigerungen bei den Hauptmietzinsen haben zwei wesentliche Ursachen“, weiß Ritt. „Nach Wohnungswechseln zahlen die neuen Mieterinnen und Mieter häufig deutlich mehr Miete als die Vormieterinnen und Vormieter. Die größten Mietensprünge gibt es bei privaten Altbauwohnungen, die zu Kategoriebeträgen vermietet waren und wo nun der Richtwert plus ein hoher Lagezuschlag verrechnet werden. Zweitens gibt es bei auch bei Verlängerungen von befristeten Mietverträgen häufig sprunghafte Mieterhöhungen. Befristete Mietverträge gibt es weit überwiegend im privaten Segment. Bei unbefristeten Mietverträgen wird der Hauptmietzins hingegen in aller Regel immer wieder im Ausmaß der allgemeinen Teuerung angepasst. In Wohnungen von Gemeinden und gemeinnützigen Bauvereinigungen ist der unbefristete Vertrag der Regelfall.“  

Wenig Unterschiede bei Betriebskosten

Ein Vergleich der vier größten Städte Österreichs ergibt: Bei den Betriebskosten von Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern gibt es statistisch keine Unterschiede. In Wien, Graz und Linz liegen die Betriebskosten im Schnitt jeweils knapp unter 2,50 Euro pro Quadratmeter und Monat, in Salzburg knapp unter 2,70 Euro pro Quadratmeter.

Bei den Gebühren für Wasser, Kanal und Müllabfuhr in Wien, Graz, Linz, Salzburg und auch in Hamburg und München zeigt sich: Bei den Müllgebühren gibt es keine teureren oder günstigeren Städte, ebenso wenig bei der Wasserversorgung (Wasserbezug und Kanal). Vielmehr gibt es bei der Wasserversorgung unterschiedliche Gebührenstrukturen, die größere oder kleinere Haushalte begünstigen. Maßgeblich: Gibt es eine Klosettpauschale oder nicht? Klosettpauschalen begünstigen größere Haushalte mit hohem Wasserverbrauch. Ritt schlussfolgert: „Auf Basis einer seriösen Analyse können keine Aussagen über vermeintlich teurere oder günstigere Städte getroffen werden.“ 

AK Studie

Wohnrechtliche Rahmenbedingungen, empirische Analyse und Vergleiche der Gebühren für öffentliche Dienstleistungen