Fatma B. © Katharina Nagele
Fatma B. © Katharina Nagele
4.12.2018

Hilfsköchin sollte mit neuen Öffnungszeiten 12 Stunden arbeiten

Die Arbeiterkammer hat vor einiger Zeit den Fall einer Hilfsköchin veröffentlicht, die ihren Job verlor, weil sie keine 12 Stunden am Tag arbeiten wollte. Wirtschaftskammer und der Lokalbesitzer stellen die Sache in einem Medienbericht anders dar: Die Hilfsköchin wollte „wegen familiärer Pflichten“ die neuen Öffnungszeiten nicht akzeptieren. Damit wird aber auch in dem Medienbericht bestätigt, dass es um die Arbeitszeit ging. Fakt ist: Das Lokal ist nun von 11 bis 23 Uhr geöffnet. Die Arbeit­nehmerin, die zuvor fast 20 Jahre in Teilzeit beschäftigt war, bot an, wöchentlich 40 Stunden zu arbeiten. Aber 12 Stunden am Tag schaffe sie gesundheitlich nicht.

Zudem ist in dem Artikel die Rede davon, die Arbeiterkammer hätte alle rechtlichen Schritte bis hin zu einer Kündigungsanfechtung in den Raum gestellt. Das ist falsch. Fakt ist: Die AK hat die Arbeitnehmerin aufgeklärt, dass sie die Beendigung bekämpfen kann. Aber sie wollte dies nicht, weil sie bei einem solchen Arbeitsklima nicht länger in dieser Firma arbeiten wollte. Nachzulesen ist das bereits in der Presseaussendung zu dem Fall vom 31.10. 

Richtig ist: Der Arbeitnehmerin hätten nur mehr vier Monate gefehlt, dann wäre sie 20 Jahre bei der Firma beschäftigt gewesen. Dann hätte die Abfertigung statt 6 Monatsentgelten 9 Monatsentgelte betragen. Der ehemalige Arbeitgeber hat der Arbeitnehmerin die Abfertigung und weitere Ansprüche bis heute nicht bezahlt, die Arbeiterkammer klagte den bisher fälligen Betrag von 4.000 Euro jetzt ein. Insgesamt sind ca. 6.900 Euro offen.

Grundsätzlich hält die Arbeiterkammer fest: 

  • Wir schützen unsere Mitglieder und geben daher ihre Namen und die ihrer Arbeitgeber nicht bekannt. Es sei denn, die ArbeitnehmerInnen wollen das.

  • Die Betroffene wollte ausdrücklich keine Interviews geben und will auch nicht bekannt werden.

  • Unsere Mitglieder können voll darauf vertrauen, dass ihre Anliegen verschwiegen behandelt werden. Das zeigen 2 Millionen Beratungen im Jahr.