2.12.2019

Rechtzeitig handeln gegen Verschlechterungen auf dem Arbeitsmarkt

Die von den Wirtschaftsforschungsinstituten vorhergesagte Verschlechterung der Arbeitsmarktentwicklung ab 2020 zeichnet sich schon ab: Die Arbeitslosigkeit bei älteren ArbeitnehmerInnen und bei ArbeitnehmerInnen mit gesundheitlichen Problemen steigt bereits. Gleichzeitig nimmt das Beschäftigungswachstum ab.

Fachkräftemangel nicht nur „beklagen“

„Die nächste Bundesregierung muss darauf rasch und richtig reagieren, sonst werden sich die Arbeitsmarktchancen für viele in den nächsten Jahren erheblich verschlechtern“, fordert AK Präsidentin Renate Anderl. Immer wieder beklagt die Wirtschaft einen Fachkräftemangel. Hier sieht die AK Präsidentin sowohl die Politik als auch die Unternehmen selbst gefordert. Von der Politik will Anderl ausreichend Mittel für eine Qualifizierungsoffensive und von den Unternehmen mehr Engagement bei der innerbetrieblichen Weiterbildung und der Lehrlingsausbildung. Es wäre ihr lieber, die Unternehmen würden einen Fachkräftemangel nicht nur „beklagen, sondern auch was dagegen unternehmen.“

Unsere Forderungen

Anderl fordert von der nächsten Bundesregierung insbesondere folgende Vorhaben aufzunehmen und umzusetzen:

  • Das Beenden von Arbeitsverhältnissen und Wiedereinstellen innerhalb von zwei Monaten muss Folgen für so handelnde Unternehmen haben. Sie müssen die verursachten Kosten in der Arbeitslosenversicherung übernehmen.

  • Bessere Vermittlungsunterstützung und bessere persönliche Beratung durch das AMS: Dafür braucht das AMS aber ausreichend Personal. Daher ist der Planstellenabbau sofort zu stoppen und bis zu 500 zusätzliche Stellen zu bewilligen.

  • Qualifizierungsoffensive in der aktiven Arbeitsmarktpolitik nach dem Modell des AK Qualifizierungsgeldes mit einem Rechtsanspruch, einer Finanzierung aus dem allgemeinen Staatshaushalt und einer guten Bildungsberatung vor und während der Ausbildung.

  • Beschäftigung statt langer Arbeitslosigkeit finanzieren: Hier fordert die Hauptversammlung die Umsetzung der Aktion „Chance 45“ mit dem Ziel, zusätzliche, kollektivvertraglich entlohnte Arbeitsplätze im gemeinnützigen Bereich in Gemeinden und Ländern zu schaffen. Die Kosten für 40.000 solcher Arbeitsplätze sind überschaubar und belaufen sich auf rund 270 Millionen im Jahr.