4.11.2019

Anderl fordert für Arbeitssuchende eine gute soziale Absicherung

„Arbeitssuchende Menschen wollen gute soziale Absicherung, mit Respekt behandelt werden und die notwendige Hilfe, um auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Das ist für die Betroffenen wichtig, es ist aber ebenso wichtig für die Beschäftigten. Denn die Entwicklung der Löhne und Arbeitsbedingungen hängt auch davon ab, wie mit arbeitslosen Menschen umgegangen wird“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. 

Das bestätigt auch eine aktuelle Online-Befragung der AK zu den Erwartungen von ArbeitnehmerInnen an die Arbeitslosenversicherung und das Arbeitsmarktservice (AMS). Die Befragten wollen: bessere Betreuung und Vermittlung durch das AMS, ein Recht auf Qualifizierung, eine gute Absicherung im Falle von Arbeitslosigkeit und eine staatlich organisierte Initiative für jene, die am Markt keine Chance erhalten. Anderl: “Das Ergebnis der Umfrage bestätigt unsere Forderungen an die nächste Regierung in der Arbeitsmarktpolitik. Wir stehen vor einer Eintrübung der Konjunktur, ein Anstieg der Arbeitslosigkeit wird die Folge sein. Diese wird sich intensiv mit den Anliegen und Wünschen der Beschäftigten und der Arbeitssuchenden befassen müssen.“

Die AK fordert insbesondere:

  • Bessere Vermittlungsunterstützung und bessere persönliche Betreuung durch das AMS: ArbeitnehmerInnen haben ein Recht auf eine optimale Betreuung und Unterstützung bei der Arbeitssuche. Unternehmen sollen sich auf eine gute Vermittlung durch das AMS verlassen können. Dafür braucht das AMS ganz einfach mehr und gut ausgebildetes Personal. Daher ist der Abbau von 200 Planstellen sofort zu stoppen und sind dem AMS bis zu 500 zusätzliche Planstellen zu bewilligen. 

  • Mehr Fairness in der Arbeitslosenversicherung: Kündigen, in der Arbeitslosigkeit „zwischenparken“ und innerhalb von zwei Monaten wiedereinstellen, das darf für Unternehmen nicht länger kostenlos möglich sein. Sie müssen die damit verursachten Kosten in der Arbeitslosenversicherung übernehmen. 

    Seit längerem tritt die AK für eine höhere Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld (65 Prozent) und für eine längere Bezugsdauer ein. Das hat neben sozialen auch ökonomische Gründe. Denn in flauen Konjunkturzeiten mit steigender Arbeitslosigkeit muss so weit als möglich ein Einbruch des Binnenkonsums vermieden werden. 

  • Eine Qualifizierungsoffensive in der aktiven Arbeitsmarktpolitik: Die ArbeitnehmerInnen müssen einen Rechtsanspruch auf umfassende, sozial und finanziell gut abgesicherte berufliche Neu- oder Weiterbildung bekommen. Dafür hat die AK mit dem Qualifizierungsgeld ein aus dem allgemeinen Staatshaushalt finanziertes Modell entwickelt.