24.7.2019

Elektronischer Austausch von Sozialversicherungsdaten gut, löst aber nicht alle Probleme

Die AK begrüßt die Einführung des elektronischen Austausches von Sozial­versicherungs­daten innerhalb der EU sowie mit Island, Liechtenstein, Schweiz und Norwegen. „Das bedeutet einen wichtigen Schritt in der Koordinierung der unter­schiedlichen Sozial­versicherungs-Systeme und wird einen rascheren, sicheren und einfachen Austausch von Informationen bringen und die Erledigung zwischen­staatlicher Verfahren beschleunigen“, sagt Wolfgang Panhölzl, Leiter der Abt. Sozial­versicherung in der AK Wien.

Probleme bei Entsendungen

Dass allerdings noch nicht alle Staaten dabei sind, ist ebenso ein Wermutstropfen wie die Tatsache, dass damit nicht alle Probleme bei Entsendungen gelöst sind. Bei Entsendungen stellt die Sozial­versicherung des Heimatstaates eine Bestätigung in Papier­form über die Sozial­versicherung aus. Damit ist es relativ leicht möglich, gefälschte Bescheinigungen vorzulegen, da keine besonderen Sicherheits­merkmale vorgesehen sind. Die AK fordert daher umgehend die Einführung elektronischer A1-Bescheinigungen, auf die alle Sozialversicherungs­träger, aber auch die Versicherten selbst sowie bei entsprechender Voll­macht auch ihre Interessen­vertretungen Zugriff haben. 

Missbrauch Riegel vorschieben

Derartige Fälschungen kommen immer wieder vor. Da diese Bescheinigung ein Standard-formular ist, kann es auch problemlos selbst ausgefüllt werden und erscheint sofort als echt. Der wirtschaftliche Anreiz, Fälschungen zu erstellen, ist aufgrund der immunisierenden Wirkung dieser Bescheinigungen enorm. Liegt eine A1-Bescheinigung aus einem EU-Mitgliedsstaat vor, ist Österreich automatisch nicht mehr zuständig und darf diese Bescheinigung auch nicht anzweifeln. Damit werden die Lohn­neben­kosten des Ent­sende­staates angewendet, und das stellt einen großen finanziellen Anreiz dar. Die AK fordert, dass diesem Miss­brauch ein Riegel vorgeschoben wird.