1.10.2021

AK fordert ein von ARA unabhängiges Einwegpfandsystem

„Es war längst überfällig, dass auch aus der Wirtschaft die Stimmen lauter werden, die für ein gutes Gesamtpaket zur Förderung von Mehrweg und mit einem Einwegpfand eintreten“, sagt Umweltexperte der AK Wien, Werner Hochreiter. Das Littering von Einwegkunststoffflaschen und Getränkedosen wird man nur mit einem Einwegpfand wirksam eindämmen können. 

Klären muss man aber noch, was die Einzelheiten eines solchen Gesamtpakets sind: Für Mehrweg braucht es auch einen Stufenplan für die Steigerung des Mehrweganteils.

„Und zum Einwegpfand ist festzuhalten, dass es natürlich auch eine Lösung für kleinerer Geschäfte mit weniger als 400m² braucht, so wie es ohnedies in allen Staaten üblich ist, die schon heute ein Einwegpfand umgesetzt haben“, sagt Hochreiter.

 

Unabhängigkeit von ARA

Wichtig ist außerdem, dass ein Einwegpfandsystem unabhängig von jeglichem Einfluss vom ARA-Verpackungssammelsystem und von den Großformen des Lebensmittelhandels eingerichtet werden muss. „Es darf nicht so wie in Deutschland passieren, dass der Handel zum Eigentümer der zurückgenommenen Pfandflaschen wird und somit mit dem Einwegpfand Millionen-Profite machen kann“, warnt Hochreiter. Sonst wäre jede Handelskette somit ein Monopolist, von dem die Abfüller, die das Recyclat ja wiedereinsetzen sollen, „dann teuer abkaufen müssten“. 

Vielmehr muss ein System im alleinigen Einfluß der Abfüller sein, unabhängig von den Handelskonzernen. „Wer Dienstleistungen für das System erbringen will, hat in dem System als Teilnehmer nichts verloren“, sagt Hochreiter. Klar ist ohnedies, dass der Handel für die Rücknahme in den Geschäften eine Kostenabgeltung bekommen soll. So steht es auch in der Studie des BMK, die ein unabhängiges Einwegpfandsystem vorgeschlagen hat. 

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