30.11.2017

Bildungspapier der Koalitionsverhandler: Initiative für Chancengerechtigkeit fehlt

„Forderungen an die Schülerinnen und Schüler, aber keine Förderung, damit alle die Bildungsziele erreichen können.“ So kommentiert AK Präsident Rudi Kaske die Bildungsvorstellungen, die die Koalitionsverhandler am 28.11.2017 präsentiert haben. „Sie setzen weiter auf ein Schulsystem, das die Kinder möglichst früh trennt statt möglichst lange gemeinsam fördert.“ Ziel müsse bestmögliche Förderung aller Talente sein. „Die Initiative für Chancengerechtigkeit fehlt.“

Bestmögliche Förderung aller Talente

„Wenn das Ziel bestmögliche Förderung ist, ist die Wiedereinführung des starren Notensystems kein geeignetes Instrument“, sagt Kaske. Ebenso sei die Androhung von Strafen für Eltern von Kindern, die hinter den Bildungszielen bleiben, „für die Entwicklung nicht förderlich“.

Echte Ganztagsschulen ausbauen

Positiv sei, dass die Koalitionsverhandler weiterhin mehr ganztägige Schulen versprechen. Freilich haben sie noch keine konkreten Ziele für den Ausbau genannt. Kaske verlangt, „dass weiter der Ausbau von echten, verschränkten Ganztagsschulen gefördert wird, in denen Unterricht, Üben, Freizeit und Sport über den Tag abwechseln. In dieser Schulform werden Kinder nachweislich am besten gefördert.“

Bildungspflicht „grundsätzlich sinnvoll“

Die angekündigte Bildungspflicht sei „grundsätzlich sinnvoll“, sagt Kaske. „Mir fehlt allerdings, dass Bildungspflicht in erster Linie die Pflicht der Schule sein muss, Kinder so zu fördern, dass sie die Bildungsziele erreichen können. Das geht unserer Auffassung nach am besten in einer gemeinsamen Schule, in der die Kinder möglichst spät voneinander getrennt werden.“

Zweite Gratis-Kindergartenjahr für alle Kinder

Das zweite Gratis-Kindergartenjahr fordert Kaske für alle Kinder, nicht nur für Kinder mit Sprachproblemen: „Ich will beste Startbedingungen für jedes Kind durch frühe, qualitätsvolle und individuelle Förderung im Kindergarten ums Eck.“