23.11.2017

Beschäftigungsaktion 20.000 muss umgesetzt werden!

„Der gegenwärtige Beschäftigungsaufschwung erreicht nicht alle Arbeit-Suchenden – insbesondere ältere Langzeitarbeitslose können kaum von der verbesserten Lage auf dem Arbeitsmarkt profitieren. Dafür braucht es die Beschäftigungsaktion 20.000“, erklärt Alice Kundtner, stellvertr. Direktorin und Bereichsleiterin für Soziales in der AK Wien, zu den Aussagen von AMS-Vorstand Johannes Kopf.

Langzeitarbeitslosigkeit bei über 50-Jährigen gestiegen

Das zeigen auch die Arbeitsmarktdaten ganz klar: Die Langzeitarbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen ist trotz der guten Arbeitsmarktentwicklung auch im Oktober 2017 deutlich gestiegen. Es waren mit 28.000 Betroffenen um 10 Prozent mehr über 50-Jährige Langzeitarbeitslose im AMS registriert als im Oktober 2016. Für die Betroffenen ist daher eine intensive Förderung weiter dringend notwendig. Eine Einschränkung der Aktion 20.000 würde die Beschäftigungschancen, für häufig auch mit Gesundheitsproblemen kämpfende ältere Arbeit-Suchende deutlich verschlechtern. Die Aktion 20.000 hilft aber auch Gemeinden, ihren Bürgerinnen und Bürgern öffentliche Dienste anzubieten, die sie sich sonst nicht leisten können. „Anstelle durch öffentliche Äußerungen alle Beteiligten und insbesondere die MitarbeiterInnen im AMS zu verunsichern und so den Erfolg der Aktion 20.000 zu gefährden, sollte konsequent an ihrer Umsetzung gearbeitet werden“, verlangt Kundtner.

Abschaffung der Notstandshilfe völlig unannehmbar

Völlig unannehmbar sind die Vorschläge von Kopf zur Abschaffung der Notstandshilfe und ihren Ersatz durch die Mindestsicherung. Das würde die Einkommenssituation von aktuell mehr als 160.000 Arbeitslosen und ihren Familien dramatisch verschlechtern und der Gefahr von Armut im Alter aussetzen. MindestsicherungsbezieherInnen sind nämlich nicht pensionsversichert. Die Abschaffung der Notstandshilfe würde auch bedeuten, dass bereits nach wenigen Monaten Arbeitslosigkeit die Betroffenen zur Verwertung ihrer Vermögen gezwungen wären.

Kritik am Beschäftigungsbonus nachvollziehbar

Die Kritik am Beschäftigungsbonus – die Förderung der Lohnnebenkosten der Arbeitgeber im Fall der Einstellung zusätzlicher MitarbeiterInnen in Zeiten eines deutlichen Beschäftigungswachstums - ist für die AK aber nachvollziehbar. Er sollte jedenfalls deutlich eingeschränkt werden.  Mit dem Beschäftigungsbonus sollte nur mehr die zusätzliche Beschäftigung von Arbeitslosen gefördert werden, die zuvor mindestens sechs Monate beim AMS vorgemerkt waren. Die freiwerdenden Budgetmittel sollten für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Arbeit-Suchende eingesetzten werden, damit der Fachkräftebedarf der Unternehmen besser durch in Österreich wohnende ArbeitnehmerInnen abgedeckt werden kann.