11.8.2017
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Bahn muss rot-weiß-rot bleiben

„Über das Vergaberecht wird derzeit versucht, unser erfolgreiches und bewährtes Bahnsystem durch die Hintertür zu zerschlagen. Davor kann ich nur warnen“, sagt AK Direktor Christoph Klein. „Das würde das Aus für unser auch EU-weit an der Spitze liegendes Bahnangebot bedeuten. Unsere Bahn muss rot-weiß-rot bleiben. Den Preis für den Wegfall der Direktvergabe würden hunderttausende Fahrgäste und allen voran die Berufspendlerinnen und Berufspendler zahlen“, warnt Klein. „Deshalb appelliere ich an das Parlament und an Bund und Länder: Sichern Sie mit der Direktvergabe ein gut funktionierendes Bahnsystem, das sich bei den Bahnkundinnen und -kunden steigender Beliebtheit erfreut. Sorgen Sie mit der Direktvergabe für ein gutes Bahnangebot in den Regionen.“ Die AK unterstützt die Sozialpartnerkampagne „Sag ja zur Bahn in Rot Weiß Rot“ und den Erhalt der Möglichkeit zur Direktvergabe. In Großbritannien etwa wird der Bahnverkehr seit Jahren ausgeschrieben. Für die Fahrgäste in Großbritannien bedeutete das am Ende hohe Preise und ein inferiores Angebot.

Was ohne Direktvergabe passiert

Ohne Direktvergabe werden vor allem internationale Bahnkonzerne um die Verkehrsaufträge mitbieten. Das würde bedeuten: Der Bahnverkehr wird mit Steuergeldern finanziert, die Gewinne fließen aber ins Ausland. In Großbritannien sind nach der Ausschreibung aller Bahnaufträge beispielsweise die deutsche und die französische Bahn mit Töchterunternehmen tätig.  Pro Bahnkilometer zahlen die BahnkundInnen in Großbritannien 19 Cent, in Österreich nur 8 Cent. Trotzdem müssen die britischen SteuerzahlerInnen den Bahnverkehr heute stärker subventionieren als vor der Privatisierung.

Fair bezahlte Arbeitsplätze

Die Direktvergabe in Österreich stärkt die Wirtschaft in den Regionen. Zahlreiche inländische Bahnunternehmen von den ÖBB bis zu den über 20 österreichischen Privatbahnen im öffentlichen Auftrag wie etwa die „Salzburger Landesbahn“ oder „Stern und Hafferl“ sorgen für den Bahnverkehr. Daran hängen auch 50.000 fair bezahlte Arbeitsplätze gerade auch in strukturschwachen Regionen. Deshalb muss der öffentliche Verkehr in österreichischer Hand bleiben, zum Wohl der Fahrgäste, zum Erhalt der Arbeitsplätze und der Wertschöpfung im Land.

Immer mehr Fahrgäste fahren gut mit Direktvergabe

Jede fünfte Pendlerin und Pendler nutzt die Bahn auf dem täglichen Weg zur Arbeit. Das sind weit über 400.000 Menschen jeden Tag. EU-weit ist Österreich das Land mit den meisten Bahnkilometern pro Kopf. „Die öffentliche Bahn wird also heute schon sehr gut angenommen“, so Klein. „Statt ein gut laufendes System zu zerschlagen, muss die Bahn mit der Direktvergabe weiterentwickelt werden.“ 

Taktfahrplan, faire Preise, ein Ticket für alle Züge

Die Bahn entwickelt derzeit den integrierten Taktfahrplan weiter, der künftig noch schnellere Umsteigemöglichkeiten bieten soll. Das geht besser und kundenfreundlicher mit einem Leitunternehmen, mit einem Ticketsystem und mit einer Kundeninformation aus einem Guss.

Auch beim Preisvergleich ist der öffentliche Verkehr in Österreich gut: Im Fernverkehr kostet die Strecke Wien-Klagenfurt mit dem Railjet 53,60 Euro, die vergleichbare Strecke München-Mannheim mit dem ICE dagegen 88 Euro.

Wer von Wiener Neustadt nach Wien pendelt, kann den Railjet nehmen oder einen Rex, was gerade kommt. Derzeit gilt außer in den Zügen der Westbahn AG: Ein Ticket des örtlichen Verkehrsverbunds für jeden Zug. Das macht das österreichische Bahnsystem attraktiv und flexibel für die KundInnen.

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