25.6.2020

Auslandsurlaube: Ministerium bestätigt AK Rechtsmeinung

Nach einem Appell der AK an die Bundesregierung, Verunsicherungen rund um Urlaube im Ausland auszuräumen, ist nun klar: „Es kann im Regelfall keine arbeitsrechtlichen Folgen nach einer Reise ins Ausland geben“, sagt AK Wien Direktor Christoph Klein. Das wurde bei einem Runden Tisch, einberufen von Arbeitsministerin Christine Aschbacher, geklärt. Damit hat das zuständige Ministerium die Rechtsmeinung der AK bestätigt.

Keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen

Wer nach einer Urlaubsreise ins Ausland aufgrund eines Corona-Verdachts oder aufgrund einer Corona-Erkrankung in Österreich in Quarantäne muss, hat keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu befürchten. Denn in diesem Fall kommt das Epidemiegesetz zum Tragen, das Entgelt wird vom Arbeitgeber weiterbezahlt, dieser erhält es dann in Folge vom Staat zurück. 

Punkto Verhalten ist zu beachten: Die vorgeschriebenen Schutzbestimmungen – etwa Sicherheitsabstände, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, etc. – müssen eingehalten werden. Wer sich nicht an diese Maßnahmen hält und noch am Urlaubsort an Corona erkrankt, muss mit Konsequenzen rechnen. Diese sind allerdings abhängig von den geltenden Sicherheitsstufen. 

Es gilt folgendes

  • Inkorrektes Verhalten (das berühmte gemeinsam mit nur einem Strohhalm Trinken aus dem Sangria-Kübel) in Ländern der Stufe 1 bis 4 und Corona-Krankenstand noch am Urlaubsort: Kein Kündigungsgrund, aber auch keine Entgeltfortzahlung. Allerdings muss der Dienstgeber das inkorrekte Verhalten nachweisen.  

  • Erkrankung noch am Urlaubsort in Gebieten mit Sicherheitsstufe 5 oder 6: Keine Entgeltfortzahlung für den Krankenstand im Urlaubsort, aber auch kein Kündigungsgrund.  
Wichtig ist auch: Beschäftigte müssen dem Unternehmen nicht bekannt geben, wohin die Reise geht. Diese sind nur verpflichtet, auf Anfrage nach dem Urlaub mitzuteilen, ob sie in einem Gebiet waren, für das eine Reisewarnung gilt. In diesem Fall könnte der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin gewisse Verhaltenswünsche wie etwa Homeoffice oder Einzelbüro für einen gewissen Zeitraum äußern. Aber auch in diesem Fall gilt: Es kann keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen geben.