03.02.2020

Arbeitsuchende sind gerne mobil, wenn das Angebot passt

Das WIFO sagt: Noch mehr Druck auf Arbeitslose führt nicht zu besseren Vermittlungsergebnissen. Im Gegenteil: So werden Arbeitslose nur endgültig vom Arbeitsmarkt verdrängt. Es braucht dagegen mehr und bessere Unterstützung bei der Arbeitssuche, damit Arbeitsuchende möglichst rasch wieder einen für sie passenden Arbeitsplatz finden. „Daher ein klares Nein zu verschärften Zumutbarkeitsregeln und noch härteren Sanktionen“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. 

Die Gerechtigkeit ist gekommen um zu bleiben. #fürimmer © AK

Gerechtigkeit ist gekommen um zu bleiben.

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Hände weg von einer Verschärfung bei den Zumutbarkeitsregeln

Die Forderung der AK lautet: Hände weg von einer Verschärfung bei den Zumutbarkeitsregeln, stattdessen mehr Qualität in der Arbeitsvermittlung - gerade auch was die Saisonbranchen betrifft. „Das Motto des Arbeitsmarktservice (AMS) hat gute Vermittlung auf gute Jobs zu lauten und nicht Zwangs-Vermittlung unter Androhung von Sanktionen – die es ohnehin in definierten Fällen gibt - dafür hat die Regierung zu sorgen. Arbeitsplätze und Arbeitsuchende müssen möglichst gut zusammenpassen. Nur so gibt es für die Menschen Arbeit mit Perspektive und für die Unternehmen engagierte MitarbeiterInnen.“

Arbeitsuchende sind mobil und müssen nicht zwangsbeglückt werden

Wir brauchen gute Stellenangebote und dafür haben die Unternehmen zu sorgen. Dann funktioniert auch die Vermittlung auf Stellen im Westen Österreichs. Dafür gibt es bereits gute Beispiele. Denn Qualitätstourismus funktioniert nur mit engagierten und nicht mit zwangsverpflichteten Beschäftigten. Arbeitsuchende – das hat eine AK Umfrage letztes Jahr gezeigt – sind bereit, sich auch in andere Bundesländer vermitteln zu lassen, freiwillig und wenn die Rahmenbedingungen passen: anständige Bezahlung, passender Wohnraum und ein gutes Lebensumfeld für die Familie, also etwa entsprechendes Kinderbetreuungs- und Schulangebot oder auch Jobmöglichkeiten für die/den PartnerIn und anderes mehr.  

Aber – so Anderl – „auch wenn das alles passt, ist das nicht der Stein der Weisen, wie uns das manche in der Regierung vorgaukeln wollen. Denn die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Aktuell gibt es rund 71.000 freie Stellen für mehr als 420.000 Arbeitsuchende. Diese Zahlen zeigen, dass es in der Arbeitsmarktpolitik mehr braucht, als die derzeit diskutierten Verschärfungen.“