6.2.2018

Kaske: Regierung soll arbeitsmarktpolitische Vorhaben klar auf den Tisch legen

„Bei aller Freude über eine wachsende Beschäftigung und das Absinken der Arbeitslosigkeit, dürfen vor der Realität aber nicht die Augen verschlossen werden. Fakt ist nämlich, dass der Aufschwung längst nicht bei allen ankommt. Was nützen die erfreulichen Werte, wenn trotzdem viele Tausende nicht davon profitieren können?“, fragt AK Präsident Rudi Kaske. Er verweist darauf, dass die aktuelle Arbeitslosenrate noch immer weit über dem Niveau von vor der Wirtschaftskrise liegt. Lag die Arbeitslosigkeit im Jänner 2008 bei rund 321.000 Betroffenen, ist sie mit aktuell rund 456.000 noch immer unerträglich hoch.

„Klare positive arbeitsmarktpolitische Ansagen ist uns diese Regierung nach der überfallsartigen Abschaffung der Aktion 20.000 noch schuldig geblieben. Aber wenn ich verschiedene Äußerungen der Regierungsverantwortlichen mit aller Vorsicht bewerte, habe ich den begründeten Verdacht, dass die Regierung nicht bereit ist, daran etwas zu ändern.“ Das Aus für die Aktion 20.000, die angesagte ´Überprüfung` des Fachkräftestipendiums, die geplante Regionalisierung der Fachkräftemangel-Verordnung oder die Überlegungen zur Einführung von Hartz IV auf österreichische Art auf der einen und keine verbindlichen Aussagen in Richtung einer längst überfälligen Qualifizierungsoffensive auf der anderen Seite lassen eher das Gegenteil befürchten.

„Die Regierung verbaut momentan Tausenden, vor allem auch langzeitarbeitslosen Menschen über 50, die Chance, wieder auf den Arbeitsmarkt zurückkehren zu können“, kritisiert Kaske. Aus seiner Sicht wäre es jetzt höchste Zeit, ausreichend Geld in Richtung Ausbau des Fachkräftestipendiums und Schaffung eines Qualifizierungsgeldes zu stecken. „Das wäre wichtig, um die Menschen für die Digitalisierung auszurüsten. Das muss der Schwerpunkt der kommenden Jahre in der Arbeitsmarktförderung sein und sich auch entsprechend im Budget für das AMS für die nächsten beiden Jahre niederschlagen.“