2.11.2017

Arbeitsmarkt: Aktion 20.000 ausweiten, nicht abdrehen!

Von der künftigen Regierung erwartet AK Präsident Rudi Kaske, dass erfolgreiche Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit „fortgeführt und nicht abgewürgt werden. Insbesondere gilt das für die Beschäftigungsaktion 20.000.“ Kaske will nicht nur eine Fortführung der erfolgreichen Aktion über den Juni 2019 hinaus, sondern fordert auch eine Ausweitung des Adressatenkreises auf Langzeitarbeitslose und Arbeit Suchende mit gesundheitlichen Problemen, unabhängig von ihrem Alter. „Es sind genau diese Gruppen, die es nach wie vor auf dem Arbeitsmarkt am schwersten haben. Wir wollen, dass vom Aufschwung alle profitieren, daher müssen wir unser Augenmerk genau auf diese Gruppen richten.“ 

Ressourcen sicherstellen

Kaske sieht seine Forderung durch das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) gestützt. Das Wifo kommt zu dem Befund, dass die wirtschaftliche Expansion, gepaart mit arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – wie eben die Aktion 20.000 – bis einschließlich 2019 eine Ausweitung der Beschäftigung und einen Rückgang der Arbeitslosenquote ermöglichen. „Das ist eine Riesenchance, die muss die Politik nutzen“, sagt Kaske und fordert, dass die Arbeitsmarktpolitik auch in Zukunft „ganz oben auf der politischen Agenda einer Regierung steht und die ausreichenden Ressourcen sichergestellt werden.“ 

Fehlende Fachkräfte – Wirtschaft ruft nach sich selbst

Im wiederkehrenden Ruf der Wirtschaft nach mehr Fachkräften sieht Kaske „vor allem einen Ruf nach sich selbst. Niemand hindert die Unternehmen, sich um die Ausbildung künftiger Fachkräfte durch mehr und bessere Lehrstellen zu kümmern. Im Gegenteil. Aber daneben brauchen wir auch eine Qualifizierungsoffensive in Form eines Qualifizierungsgeldes. Denn wir brauchen faire Weiterbildungschancen für alle – und das bedeutet, dass wir den Zugang zur Weiterbildung auch für jene öffnen müssen, für die diese Tür bislang verschlossen war, insbesondere für ältere Beschäftigte und gering Qualifizierte.“