29.12.2017

Änderung bei den Kündigungsfristen der Angestellten

Ab 1. Jänner 2018 gelten die Kündigungsfristen nach dem Angestelltengesetz unabhängig vom Beschäftigungsausmaß für alle Angestellten. Damit tritt der erste Teil der im September vom Parlament beschlossenen Angleichung der Rechte von ArbeiterInnen und Angestellten in Kraft. Nach der noch bis 31.12.2017 geltenden Rechtslage muss bei einer geringen Wochenarbeitszeit (zB unter 8 Stunden bei einer Normalarbeitszeit von 40 Stunden einer Branche) nur eine 14-tägige Kündigungsfrist eingehalten werden. Ab 1.1.2018 muss von ArbeitgeberInnen auch bei den sogenannten „Mindestbeschäftigten“, also Angestellten mit geringer wöchentlicher Arbeitszeit, zumindest 6 Wochen Kündigungsfrist eingehalten werden.  

Betroffen von dieser Regelung sind vor allem viele geringfügig Beschäftigte z.B. im Handel. Sollten nach dem Weihnachtsgeschäft Arbeitsverhältnisse gelöst werden, sollte daher auf die Einhaltung der Fristen besonders geachtet werden. 

Was ist, wenn Fristen und Termine nicht eingehalten werden?

Bei Nichteinhaltung der korrekten Kündigungsfristen und –termine entstehen Schadenersatzansprüche. ArbeitnehmerInnen haben Anspruch auf Kündigungsentschädigung (= alle Ansprüche, die bis zum Ablauf der korrekten Kündigungsfrist entstanden wären). Eine einvernehmliche Lösung sollte daher keinesfalls leichtfertig mit dem Arbeitgeber vereinbart werden!  

Aber auch die Angestellten selbst müssen nun eine längere Frist einhalten, nämlich mindestens 1 Monat. ArbeitnehmerInnen, die keine oder eine zu kurze Kündigungsfrist einhalten, verlieren im Übrigen ihren Anspruch auf Abgeltung der offenen Urlaubsansprüche.

Achtung!

Der Anspruch auf Kündigungsentschädigung muss binnen 6 Monaten gerichtlich geltend gemacht werden.