02.09.2020

AK fordert 500 Pilotschulen, die nach Chancenindex finanziert sind

Es braucht eine „neue Normalität“ in der schulischen Förderung

„Die Corona-Krise hat gezeigt, wie dringend sozial benachteiligte SchülerInnen Unterstützung brauchen. Die Lernschere ist noch weiter als bisher aufgegangen“, betont AK Präsidentin Renate Anderl. Die Bundesregierung hat vor der Corona-Krise ein Chancenindex-Pilotprogramm für 100 Schulstandorte angekündigt. Zum Schulstart nach dem Corona-Semester ist klar, dass es mehr Anstrengung braucht. „Wir brauchen einen Kraftakt, um die Corona-Lernschere zu schließen und eine Abwärtsspirale zu verhindern. Konkret fordert die AK neben einem breit angelegten Förderprogramm für alle SchülerInnen zusätzlich einen zielgerichteten Unterstützungs-Turbo für besonders benachteiligte Schulstandorte. Das Chancenindex-Pilotprogramm soll noch im Herbst umgesetzt und auf 500 Schulstandorte ausgeweitet werden“, erklärt Anderl. Diese Schulen sollen mehr FörderlehrerInnen, SozialarbeiterInnen, Lerncoaches, etc. einsetzen können, um die Lernschere zumindest teilweise zu schließen.

„Neue Normalität muss heißen, dass die Schulen die Personalausstattung bekommen, die sie zur bestmöglichen Förderung der Schulkinder brauchen. Wir dürfen die Kinder und die Lehrkräfte jetzt nicht im Regen stehen lassen. Die Schule von gestern können wir uns nicht mehr leisten“, sagt die AK Präsidentin. „Normalbetrieb von gestern“ soll es aus Sicht der AK nur noch hinsichtlich der offenen Schultore geben: Es müssen alle Vorkehrungen getroffen werden, um Corona-bedingte Schulschließungen zu vermeiden. Und für den Fall des Falles muss jedenfalls digital vorgesorgt werden. Die Schulen müssen so ausgestattet werden, dass sowohl SchülerInnen als auch LehrerInnen kurze Phasen des distance-learnings gut bewältigen können.

„Neue Normalität“ im Schulsystem bedeutet aus Sicht der AK auch, dass es ausreichend Ganztagsschul-Plätze gibt, um den Eltern und SchülerInnen echte Wahlfreiheit zu ermöglichen. Denn das derzeitige Schulsystem überfordert viele Familien damit, einen großen Teil der Bildungsarbeit nach Hause zu verlegen. Viel zu viel teurer privater Zusatzunterricht (Stichwort Nachhilfe) ist die Folge.

Hinweis: Die AK startet im September wieder eine groß angelegte Schulkosten-Studie. Eltern sollen ein Jahr lang aufschreiben, welche Schulkosten für ihr Kind oder ihre Kinder anfallen. Sie können sich bis 30.September 2020 zur Schulkosten-Studie unter www.schulkosten.at online anmelden.