4.2.2020

Anderl: „Chef wollte sich Lohn sparen, AK sorgt für Gerechtigkeit“

Ein Installateur meldete sich krank. Der Chef behauptete, der Arbeiter habe gekündigt. AK Präsidentin Renate Anderl: „Offenbar wollte sich der Chef den Lohn während des Krankenstands sparen. Die AK sorgte für Gerechtigkeit und holte 7.900 Euro für den Arbeiter heraus.“ 

Duran Ü. meldete sich krank

Duran Ü. (30) nimmt seine Arbeit sehr ernst: Als er sich an einem Tag Mitte Jänner 2019 nicht fit fühlte, kam er trotzdem noch vor 7 Uhr früh auf die Baustelle.

Die Gerechtigkeit ist gekommen um zu bleiben. #fürimmer © AK

Gerechtigkeit ist gekommen um zu bleiben.

Zur Story

Aber die Schmerzen wurden zu groß, er musste nach wenigen Stunden aufhören und zum Arzt gehen. Sein Chef wollte aber offenbar während des Krankenstands keinen Lohn zahlen und drängte den Arbeiter, eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses zu vereinbaren. 

Doch nicht mit Duran Ü.: Er meldete sich ordnungsgemäß mit einer Bestätigung des Arztes krank und, nachdem es ihm wieder besser gegangen war, zurück zum Dienst. 

Chef behauptete, der Arbeiter habe gekündigt

Der Chef hatte ihn bei der Krankenkasse abgemeldet, Begründung: Kündigung durch den Dienstnehmer. Das Kündigungsdatum lag sogar noch einen Tag vor der Krankmeldung. Er habe Hausverbot und wenn er auf der Baustelle oder im Betrieb auftauche, würde er bei der Polizei angezeigt. Als der Arbeiter sich trotzdem persönlich arbeitsbereit meldete, wurde er vom Chef hinausgeworfen. Lohn für die Zeit seines Krankenstandes bzw. bis zu einem ordnungsgemäßen Kündigungstermin sah er keinen. 

AK Erfolg

Duran Ü. ging zur AK. Die klagte den offenen Betrag von knapp 7.900 Euro erfolgreich vor Gericht ein. Die Angaben des Chefs und des Vorgesetzten von Duran Ü. widersprachen sich, während ein Zeuge bestätigen konnte, dass Duran Ü. am Tag nach seiner angeblichen Kündigung noch zur Arbeit erschienen war.