21.3.2018
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Noch immer 45 Millionen Mehr- und Überstunden unbezahlt!

Die jüngsten Zahlen der Statistik Austria belegen erneut, wie stark die ArbeitnehmerInnen beansprucht werden, wie flexibel sie sind – und das nicht selten unbezahlt! Insgesamt wurden 2017 rund 250 Millionen Mehr- und Überstunden von den ArbeitnehmerInnen geleistet. 45 Millionen davon, also etwa jede fünfte Mehr- oder Überstunde, werden weder bezahlt noch gibt es dafür Zeitausgleich! AK Präsident Rudi Kaske sagt: „Arbeitszeit ist Lebenszeit! Der 12-Stunden-Tag ist nicht die Lösung, sondern das Problem!“ Arbeitszeit ist einer der Schwerpunkte der großen Dialog-Initiative „Wie soll Arbeit?“, die Arbeiterkammer und ÖGB bis Ende Mai 2018 durchführen.

Während Vollzeitkräfte unter ungesunden Überstunden-Marathons leiden, wollen gleichzeitig viele Teilzeitarbeitskräfte ihre Arbeitszeit und damit ihren Verdienst steigern. Allein die 45 Millionen an unvergüteten Mehr- und Überstunden ergeben umgerechnet 26.000 Vollzeitarbeitsplätze! 

Das hohe Volumen an Mehr- und Überstunden wird angesichts des Wirtschaftsaufschwungs nicht weniger werden – im Gegenteil: die knappen Personalressourcen in Kombination mit vollen Auftragsbüchern legen nahe, dass die Belastung der ArbeitnehmerInnen steigen wird.

Forderung

Damit die Belastung der ArbeitnehmerInnen wirksam eingedämmt und die Arbeit gleichmäßiger auf mehr Schultern verteilt wird, fordert die AK:

 

  • Effektive Arbeitszeitkontrollen!
       
  • Überstunden-Duplum: Bei mutwilliger Vorenthaltung von Mehr- und Überstundenentgelt sollen sich die Ansprüche der ArbeitnehmerInnen verdoppeln. Bisher müssen ArbeitgeberInnen nur nachzahlen, was den ArbeitnehmerInnen sowieso zusteht.
       
  • Keine Verfallsfristen für die Geltendmachung von Mehr- und Überstunden!

AK Präsident Rudi Kaske sagt: „Arbeitszeit ist Lebenszeit! Der 12-Stunden-Tag ist nicht die Lösung, sondern das Problem!“ 

Einfach die Arbeitszeit nach oben zu schrauben, ist angesichts der bevorstehenden Herausforderungen der Digitalisierung und des damit verbundenen enormen Produktivitätszuwachses keine Lösung. Nein, vielmehr würde das der Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Österreich schaden!

Ein Arbeitstag mit 12 Stunden, eine Arbeitswoche mit 60 Stunden, ist schlecht für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, schränkt die Möglichkeit zur Weiterbildung ein (Verschärfung des Fachkräftemangels) und schadet der Gesundheit der Menschen. Die schon bisher zwischen den Geschlechtern, aber auch den ArbeitnehmerInnen insgesamt ungerechte Arbeitszeitverteilung würde durch eine Erhöhung der Arbeitszeithöchstgrenzen noch ungünstiger. Dass lange und überlange Arbeitszeiten krankmachen, ist ebenso wissenschaftlich nachgewiesen, wie das stetige Abnehmen der Arbeitsproduktivität und die erhöhte Fehleranfälligkeit ohne ausreichende Erholungsphasen. 

„Dass wenige Menschen mehr arbeiten, ist ein „Retromodell“. Es ist ein Gebot der Vernunft, die Arbeitszeit auf mehr Menschen zu verteilen“, so Kaske abschließend. 

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