Kindergarten - Pädagogin mit Kindern © lordn, stock.adobe.com
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22.9.2021

AK/ÖGB: 1 Milliarde Euro mehr für Kinderbetreuung!

Während in Ländern wie Deutschland, Frankreich und Belgien die Budgets für Kinderbildung um das 4- bis 7-Fache erhöht wurden, zeigt sich Österreich knausrig. Im Vergleich zum EU-Schnitt wird hierzulande um ein Drittel weniger investiert.

„Dieses Nachhinken hat Auswirkungen auf die Zukunft unserer Kinder“, sagen AK Präsidentin Renate Anderl und ÖGB Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende Korinna Schumann und fordern daher – auch in Hinblick auf die Budgetrede am 13. Oktober – eine Milliarde Euro mehr pro Jahr. Damit könnten mehr Plätze geschaffen, die Arbeitsbedingungen verbessert und ein kostenloses 2. Kindergartenjahr für alle geschaffen werden.

Österreich hinter EU-Schnitt – Barcelona-Ziel noch immer nicht erreicht

Österreich hinkt bei der Kinderbetreuung hinterher – sowohl punkto Ausgaben als auch bei konkreten Zielen. So ist das Barcelona-Ziel aus 2002, das ohnehin nur eine Betreuungsquote von 33 Prozent bei den Unter-3-Jährigen vorsieht – noch immer nicht erreicht (aktuell liegt Österreich bei knapp 28 Prozent). „Es muss sich rasch etwas ändern. Elementare Bildung ist Lebensbildung und eröffnet den Kindern Chancen. Außerdem wirkt eine gute Ausbildung wie eine Schutzimpfung gegen Arbeitslosigkeit“, betonen Anderl und Schumann unisono. 

Um das Barcelona-Ziel endlich zu erreichen und bei den Ausgaben an die anderen EU-Länder anzuschließen, braucht es dringend eine Aufstockung der Mittel. Daher der klare Appell von Anderl und Schumann: „Wir fordern eine Milliarde Euro mehr für Kinderbetreuung pro Jahr, denn jedes Kind in Österreich verdient einen 1A-Kindergarten.“ Das müsse in der kommenden Budgetplanung berücksichtigt werden.

Konkret bedeutet eine Milliarde Euro mehr pro Jahr

  • eine flächendeckende Betreuung für Unter-3-Jährige in ganz Österreich
  • mehr Plätze sowie mehr Plätze mit verbesserten Öffnungszeiten, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tatsächlich ermöglichen
  • mehr Jobs für PädagogInnen und verbesserte Arbeitsbedingungen
  • mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit für jedes Kind durch einen besseren Fachkraft-Kind-Schlüssel
  • ein kostenloses 2. Kindergartenjahr für alle 

„Diese Milliarde mehr ist gut investiertes Geld, werden doch enorme Rückflüsse an die öffentliche Hand generiert. Denn jeder der neuen Beschäftigten zahlt Sozialversicherung und Steuern. Zusätzliche positive Effekte gibt es aus der verbesserten Erwerbstätigkeit der Eltern, hier vor allem der Frauen“, betonen Anderl und Schumann. 

Damit dieses Geld nachhaltig eingesetzt werden kann, muss auch eine Weiterverteilung an die Länder und Gemeinden gewährleistet werden. Sie organisieren den Großteil der Kinderbetreuungseinrichtungen.  

Die Forderung nach einer Milliarde Euro mehr ist Teil des SozialpartnerInnen-Papiers zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Weitere essentielle Forderungen sind der Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Geburtstag des Kindes, ein Bundesrahmengesetz mit hohen Mindeststandards und eine Ausbildungsoffensive für Beschäftigte in der Elementarpädagogik. 
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