27.6.2018
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12 Stundentag doppelt hart für Millionen PendlerInnen

„Erst bis zur Erschöpfung arbeiten, dann in der Dunkelheit ins Auto oder auf den Bahnsteig und noch eine lange Heimfahrt vor sich: das wäre der generelle 12-Stunden-Tag für Millionen Pendlerinnen und Pendler in Österreich“, warnt AK Präsidentin Renate Anderl. Deshalb: „Das 12-Stunden-Tag-Gesetz muss weg!“

Rund 1,4 Millionen Beschäftigte pendeln täglich

Österreich ist ein Land der PendlerInnen. Rund 1,4 Millionen Beschäftigte pendeln täglich mindestens in den Nachbarbezirk. Dreißig Minuten dauert der Weg zur Arbeit im Durchschnitt. Viele sind aber auch eine Stunde und länger unterwegs. Das Unfallrisiko ist mehr als drei Mal so hoch, wenn man übermüdet ins Auto steigt. Für Bahn- und BuspendlerInnen gibt es in den frühen Morgenstunden und späten Abendstunden nur ein ausgedünntes Angebot. „Für sie kommen zum überlangen Arbeitstag noch lange Wartezeiten dazu. Viele Menschen, besonders viele Frauen, empfinden langes Warten am dunklen Bahnsteig als beängstigend. Dieser Spießrutenlauf nach überlangen Arbeitstagen darf nicht kommen“, so Anderl. 

  • 400.000 Menschen in ganz Österreich fahren mit Bus, Bim oder Bahn zur Arbeit. Schon jetzt kritisieren 30 Prozent der PendlerInnen, dass sie außerhalb der Hauptverkehrszeiten zwischen 6 und 9 Uhr und zwischen 16 und 19 Uhr lange Wartezeiten haben.
     
  • Das Unfallrisiko für AutopendlerInnen steigt nach langen Arbeitstagen: So gehen die ExpertInnen des wissenschaftlichen Vereins „Arbeitszeitgesellschaft“ davon aus, dass sich das Risiko eines Autounfalls um das 3,5-fache erhöht, wenn man übermüdet ins Auto steigt.
     
  • Die Regierung bringt gerade Pendlerinnen und Pendler doppelt unter Druck: Neben dem 12-Stundentag will die Regierung die Zumutbarkeit bei der Länge des Arbeitswegs für Arbeitssuchende von einer auf zwei Stunden verdoppeln. Das bedeutet im Extremfall: zwei Stunden Anfahrt, 12 Stunden Arbeit, zwei Stunden Rückfahrt: Da bleiben für Familie, Haushalt, Freizeit und Schlaf gerade noch acht Stunden. 

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