Publikation

AK Unternehmensradar:  Große Unternehmen vor Corona wirtschaftlich gut aufgestellt! 

Um eine Schnelleinschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung der größten Unternehmen des Landes durchführen zu können, erstellte die AK Wien zum dritten Mal den AK Unternehmensradar. Mit diesem Analyseinstrument wird auf Basis der veröffentlichten Jahresabschlüsse die wirtschaftliche Lage sowie die betriebliche Verteilungspolitik der 700 großen Kapitalgesellschaften des Landes untersucht.  In diesen Unter­nehmen, die zusammen einen Umsatz von 219 Milliarden Euro erzielt haben, sind mit 603.000 ArbeitnehmerInnen knapp ein Sechstel aller Erwerbstätigen beschäftigt.

Ertragsstarke, krisenfeste und investitionsfreudige Unternehmen!
Die wirtschaftliche Performance im Untersuchungszeitraum 2017 – 2019 kann sich mehr als sehen lassen. Die Unternehmen erwiesen sich trotz abflachender Konjunktur auch im Jahr 2019 weiterhin ertragsstark, investitionsfreudig und krisenfest. Die Eigentümer durften sich durchgehend über zweistellige Eigenkapitalrenditen freuen und die Hochkonjunkturjahre wurden auch für Investitionen in den Standort genutzt.  Durch die gute Eigenkapitalausstattung und den guten Liquiditätsgrad waren die Unternehmen für das Auftreten kurzfristiger finanzieller Engpässe prinzipiell gut gerüstet. Doch dann kam Corona! Allerdings schafft diese gute Basis, kombiniert mit den zahlreichen staatlichen Liquiditätssicherungsmaßnahmen, eine gute Voraussetzung damit die großen Kapitalgesellschaften die COVID-19-Krise zumindest liquiditätsmäßig gut überstehen können.

Gute KV-Abschlüsse – Auswirkungen von Corona auf die Ausschüttungen bereits sichtbar!
Bei der innerbetrieblichen Verteilungspraxis wird bereits der einsetzende Abschwung 2019 und die guten Lohn- und Gehaltsabschlüsse sichtbar.  Der Durchschnittsverdienst in den heimischen Großbetrieben konnte zwischen 2017 und 2019 um 4,0 Prozent auf 47.513 Euro zulegen, während der durchschnittliche Produktivitätszuwachs mit 1,8 Prozent doch spürbar darunterlag. Da die Ausschüttungen erst nach der Bilanzerstellung beschlossen werden können, sind hier bereits Auswirkungen der COVID-19-Krise sichtbar. Viele Unternehmen haben darauf reagiert und ihre Ausschüttungen, zumindest vorläufig angepasst. Das Ausschüttungsniveau ist angesichts der derzeit schwierigen Lage immer noch eindeutig zu hoch: Trotz Corona-Krise bekommen die EigentümerInnen fast ein Drittel der Lohn- und Gehaltssumme an Dividenden und Ergebnisabfuhren ausbezahlt. 

Cover der Broschüre © James Thew, stock.adobe.com

Art der Publikation:
Broschüre

Erscheinungsort:
Wien

AutorenInnen:
Markus Oberrauter

Seitenanzahl:
16 S.

HerausgeberIn:
Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien

Datum/Jahr:
Dezember 2020