Kindergarten - Pädagogin mit Kindern © lordn, stock.adobe.com
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18.3.2021

Ausbau der Kinderbildung bringt 27.000 neue Jobs

„Arbeitslosigkeit bekämpfen“, sagt AK Expertin Sybille Pirklbauer, „muss jetzt oberste Priorität haben“. Sie schlägt daher vor, die Investitionen in die Kinderbildung auszuweiten.

Ein Prozent des BIP in die Kinderbildung investieren!

 „Würde Österreich in diesem Bereich ein Prozent des BIP investieren, könnten mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: erstens eine Verbesserung bei der Betreuungsquote der Unter-3-Jährigen, zweitens eine Ausweitung der Öffnungszeiten, drittens ein zweites kostenloses Kindergartenjahr für alle und viertens ein massiver Qualitätsschub durch zusätzliche Fachkräfte“, resümiert Pirklbauer. Konkret würden 32.000 neue Plätze entstehen und fast 70.000 Plätze mit verbesserten Öffnungszeiten.

Diese Maßnahme würde die Arbeitslosigkeit gleich an zwei Stellen effektiv bekämpfen. Pirklbauer: „Zum einen können Eltern, und hier vor allem die Mütter, aufgrund ausgeweiteter Öffnungszeiten und mehr Plätzen besser in den Arbeitsmarkt integriert werden. Je nach konjunktureller Entwicklung rechnen wir mit 18.000 bis 31.000 Menschen, die aufgrund der besseren Vereinbarkeit eine Tätigkeit aufnehmen oder ausweiten könnten. Zum anderen würden direkt in der Kinderbildung fast 27.000 neue Jobs entstehen.“

Grafik © Tea Mina Jaramaz , AK Wien
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Im internationalen Vergleich liegen wir weit zurück

Bei den Ausgaben würde Österreich nicht überbordend investieren, sondern lediglich aufschließen. Denn im internationalen Vergleich liegen wir weit zurück. Aktuell fließen nur 0,67 Prozent des BIP in den Zukunftsbereich der Kinderbildung – der EU-Durchschnitt liegt bei knapp einem Prozent. „Das muss ein klarer Auftrag an die Politik sein, hier aufzuschließen.

Wir wollen doch nicht, dass unsere Kinder dauerhaft abgehängt werden“, sagt Pirklbauer. Und die Kosten im Ausmaß von rund einer Milliarde Euro im Jahr, würden laut AK Berechnungen zu 70 Prozent durch Steuern und Abgaben an die öffentliche Hand zurückfließen.