Junger Mann in Arbeitskleidung streckt Daumen in die Höhe © Wellnhofer Designs, stock.adobe.com
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16.3.2021

Initiative: Investieren: Der einzig vernünftige Weg aus der Krise

Nach einem Jahr Corona in Österreich sind die Auswirkungen enorm: sowohl gesundheitlich, als auch wirtschaftlich. Vor allem die Arbeitslosigkeit hat einen neuen Höchstwert erreicht. „Gegen das Coronavirus gibt es bereits Impfungen. Gegen die hohe Arbeitslosigkeit wird es keine Impfung geben, daher brauchen wir dringend eine andere Therapie“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. Und diese Therapie heißt: investieren, investieren und nochmals investieren. Und zwar mit dem Ziel, den Sozialstaat zu stärken, grüne Infrastruktur aufzubauen und gute und nachhaltige Jobs zu schaffen.

Warum gerade jetzt in der Krise weiter Geld ausgegeben werden soll, erklärt Markus Marterbauer, Chefökonom der Arbeiterkammer, so: „Jetzt in Bildung, soziale Dienste, Klima und Jobs zu investieren, schafft nachhaltigen Wohlstand. So investieren wir uns nicht nur aus der Krise, sondern stellen auch die Weichen für ökologische, soziale und wirtschaftliche Transformation. Damit führen wir Österreich wieder dorthin, wo es hingehört: an die Spitze Europas.“

Neue und bessere Jobs helfen den von der Covid-Krise betroffenen Familien. Sie helfen aber auch den Unternehmen und dem Staat: Die privaten Konsumausgaben steigen, was mehr Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen ebenso bedeutet, wie mehr Einnahmen an Steuern und Sozialbeiträgen sowie weniger Ausgaben in der Arbeitslosenversicherung.

Finanzierung 

„Wer jetzt nicht investiert, der kann nicht rechnen“, bringt es Marterbauer daher auf den Punkt und begründet dies mit insgesamt vier Quellen, aus denen sich die Finanzierung der Investitionen speist:

  • Negative Verzinsung: Aktuell kann sich der Staat zum Nulltarif verschulden, billiger als jetzt kann Geld nicht aufgenommen werden

  • Österreich erhält rund 3,4 Milliarden Euro aus dem Wiederaufbaufonds der Europäischen Union geschenkt. Unbedingt notwendig ist ein sozialer und gerechter Mitteleinsatz. Das Geld muss dort ankommen, wo es am dringendsten gebraucht wird.

  • Teilweise Selbstfinanzierung: Die durch die Investitionen geschaffene Beschäftigung bringt Steuereinnahmen und Beiträge für die Sozialversicherung und reduziert die Ausgaben in der Arbeitslosenversicherung.

  • Vermögensbezogene Steuern: MillionärInnen und SpitzenverdienerInnen müssen müssen einen fairen Beitrag leisten. Das ist schon lange eine Forderung der AK und durch die Corona-Krise aktueller denn je.

Ziele

Die AK hat daher ein umfassendes Investitionsprogramm mit folgenden Zielen erarbeitet:

  • Beschäftigung schaffen, um die Rekordarbeitslosigkeit zu senken und Armut zu verhindern

  • die ArbeitnehmerInnen und Österreich besser auf die Erfordernisse der Klimapolitik und der Digitalisierung vorbereiten

  • Lücken im Sozialstaat schließen, die soziale Durchlässigkeit erhöhen und die Gleichstellung von Frauen und Männern fördern

  • die soziale und wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit für kommende Krisen erhöhen

  • mit besseren Öffis und neuen Energiesystemen einen maßgeblichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten 

„All diese Investitionen – und damit meine ich solche in Schulen und Kindergärten, in die Pflege und Gesundheit, in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, in den sozialen Wohnbau und so weiter – sind Investitionen, die sich mehrfach lohnen. Sie schaffen Arbeitsplätze und sie verbessern das Leben der Menschen spürbar. Deshalb brauchen wir sie jetzt“, so AK Präsidentin Anderl.

Auf dieser Site stellen wir unter dem Hashtag #InitiativeInvestieren laufend Projekte vor, die sowohl den Nutzen als auch die Kosten anführen, also mit wie viel Geld wie viele Jobs geschaffen werden können. Klicken Sie sich durch! 

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