Lehrerin hilft Schülerin © Memed ÖZASLAN , stock.adobe.com
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28.5.2021

Mehr Mittel für mehr Bildungsgerechtigkeit

Die Corona-Krise hat die Bildungskluft deutlicher gemacht: Kinder von Eltern, die helfen können, schaffen den Stoff trotz Schul-Lockdown eher, andere nicht. Umso mehr muss jetzt in mehr Bildungsgerechtigkeit investiert werden.

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Mehr Personalressourcen für die Schulen

Konkret braucht es mehr Personalressourcen für die Schulen, damit Schulen in den Fächern Mathematik und Deutsch in den ersten fünf Schulstufen die Klassengröße halbieren können, für höhere Schulstufen sollen Förderstunden schulautonom eingerichtet werden können.

Insgesamt fordert die Arbeiterkammer Investitionen im Ausmaß von 400-450 Mio für die ersten fünf Schulstufen. Durch die zusätzlichen Personalressourcen für das nächste Jahr würden 7.640 Dienstposten entstehen. Mehr Infos hier: Nachhilfe: Mehr Bedarf durch Covid?

Schulfinanzierung nach dem Chancenindex 

Zudem fordert die AK, dass der versprochene Chancenindex an allen Schulen endlich umgesetzt wird. 

Die Einführung der Finanzierung auf Basis des Chancenindex für Volksschulen und Neue Mittelschulen würde rund 300 Millionen Euro pro Jahr betragen. Alle Standorte erhalten eine definierte Mittelzuteilung. Auf Basis des Chancen-Index werden zusätzliche Mittel zugeteilt.

Der zusätzliche Budgetbedarf für den Chancen-Index in der Volksschule beträgt rund 176 Millionen Euro. Diese zusätzlichen Mittel führen vor allem zu mehr Personal an den Schulen. So würde beispielsweise mit den zusätzlichen Mitteln für die Volksschule der Anteil der Vollzeitäquivalenten um rund 11,5 Prozent (also um 3100 Vollzeit-Beschäftigte) ansteigen. Durch den Einsatz dieser weiteren MitarbeiterInnen in multi­professionellen Teams an Standorten mit besonderen Herausforderungen können die SchülerInnen zu besseren Bildungserfolgen begleitet werden. 

Die Arbeiterkammer hat schon 2016 das Modell der Schulfinanzierung nach dem Chancenindex entwickelt, seither ist es eines ihrer wichtigsten bildungspolitischen Anliegen. Nicht zuletzt die Bildungslockdowns des letzten Jahres haben gezeigt, dass Bildung mehr denn je von der finanziellen Ausstattung des Elternhauses abhängt, was zu gravierenden Lernrückständen führt – wie die aktuellen Ergebnisse der Schulkostenstudie der Arbeiterkammer erst letzte Woche wieder erneut gezeigt haben. 

Ein Chancenindex - wie ihn die AK bereits vor 5 Jahren vorgelegt hat - ist nur dann erfolgreich, wenn er ambitioniert umgesetzt und ausreichend finanziert wird und somit flächendeckend wirken kann. Aber gerade jetzt, nach den Corona-bedingten Schulschließungen, braucht es dringend eine Ausweitung auf mindestens 500 Schulen, statt der 100 wie vom Bildungsministerium vorgesehen. Langfristig muss der Chancenindex auf alle Schulen ausgeweitet werden! Wir können jetzt nicht 3 weitere Jahre warten, bis sich die Situation an manchen Schulen verbessert hat. Die AK stellt gerne ihre Expertise zur Verfügung – damit jedes Kind die Unterstützung und Förderung bekommt die es braucht, um die Lernziele zu erreichen!

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