Älterer Herr schaut sorgenvoll © Carlos David, stock.adobe.com
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17.1.2023

Preisschock bei Altbaumieten – Mietkeule schlägt im April kräftig zu! 

Die nächste Belastung steht vor der Tür: Wohnen wird schon wieder teurer! Die AK hat berechnet: Ab 1. April werden die Richtwertmieten um fette 8,6 Prozent steigen – für eine:n Mieter oder Mieterin sind das durchschnittliche Mehrkosten von rund 490 Euro im Jahr.

Wohnen wird schon wieder teurer!

„Jeder muss Wohnen, daher ist im besten Sozialstaat der Welt Wohnen leistbar für alle“, sagen die AK Wohnexpert:innen. Die AK verlangt: Einmal-Mieterhöhung im Jahr plus Mietendeckel bei zwei Prozent und weg mit den Befristungen. Das geht schnell und bringt’s.

Die AK hat aufgrund der von der Statistik Austria veröffentlichten Jahresinflation berechnet: Die Richtwertmieten werden im April um saftige rund 8,6 Prozent ansteigen – betroffen sind rund 776.000 Mieter:innen in Österreich. „Sie haben durch diese Teuerung Mehrkosten von rund 162 Millionen Euro“, sagen die AK Expert:innen.

Für eine:n Mieter oder Mieterin im privaten Altbau sind das österreichweit durchschnittliche Mehrkosten von knapp 490 Euro im Jahr (bei einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 65 Quadratmetern). Eine Familie in einer  90 Quadratmeter Wohnung wird in Wien rund 620 Euro und in Vorarlberg rund 960 Euro jährlich mehr an Miete zahlen (kommen zum Richtwert noch Zuschläge hinzu, wird es noch teurer).  

„Bei vielen wird es immer enger mit den ganzen Teuerungen – und jetzt schon wieder eine saftige Mieterhöhung. Vor allem Junge können da kaum mehr mit. Im besten Sozialstaat der Welt ist Wohnen leistbar für alle“, so die AK Expert:innen. „Daher fordern wir: Die Mieten sollen nicht öfter als einmal im Jahr erhöht werden und die Erhöhung auf zwei Prozent begrenzt werden– so lange, bis es zu einer großen längst überfälligen Mietrechtsreform kommt.

Zudem wollen wir die befristeten Mietverträge weghaben. Das lässt sich schnell umsetzen und entlastet Mieter:innen enorm. Drei von vier neuen Mietverträgen im privaten Segment sind nur mehr befristet, ganz abgesehen von den unerlaubten Aufschlägen bei neuen, befristeten Altbaumieten, die Wohnen sehr teuer machen. Und wer seine zu hohe Miete und damit seine Rechte einklagt, muss auch befürchten, dass der Vertrag nicht verlängert wird. Viele tun das deshalb nicht. So wird Recht zu einer leeren Hülle!“

Wissen: Alles zu den Richtwertmieten

Gewöhnlich werden die Richtwertmieten alle zwei Jahre per 1. April an die Inflation angepasst. 2021 hat die Regierung aufgrund des Drängens von AK und Mietervereinigung die Anpassung ausgesetzt, um Mieter:innen in der Corona-Pandemie zu entlasten und auf 2022 verschoben. Die Mieten stiegen im Vorjahr um fast sechs Prozent.

Nun steht die nächste Mietteuerung an (ab April für neue, ab Mai für laufende Verträge). Die Erhöhung der Richtwerte veröffentlicht das Justizministerium im März. Wer einen Mietvertrag etwa in einem privaten Altbau – errichtet vor 1945 – nach dem 1. März 1994 unterschrieben hat, unterliegt dem Richtwertsystem. Die Erhöhung betrifft also alle in den vergangenen 27 Jahren abgeschlossenen Verträge, da sie (oft) entsprechende Anpassungsklauseln im Vertrag haben sowie Neuverträge. Die Richtwerte sind je nach Bundesland unterschiedlich hoch.

Hilfe – was tun bei Miet- und Energiekosten-Schulden?

  • Wohnschirm hilft bei Miet- und auch bei Energiekosten-Schulden: wohnschirm.at

  • Wohnbeihilfe ansuchen: In Wien können Sie bei der MA 50 Wohnbeihilfe beantragen, wenn Sie ein gewisses Mindesteinkommen haben: Tel.: +43 1 4000-74880, E-Mail: wohnbeihilfe@ma50.wien.gv.at. In allen anderen Bundesländern gibt dazu das jeweilige Amt der Landesregierung Auskunft.

  • Zu hohe private Altbaumiete: Checken Sie Ihren Mietzins mit dem Richtwertmietzinsrechner der Stadt Wien.

  • Sie zahlen zu viel? Antrag bei wohnrechtlicher Schlichtungsstelle MA 50: Tel.: +43 1 4000-744 98, E-Mail: ks@ma50.wien.gv.at. In den anderen Bundesländern geben Mieterorganisationen und Bezirksgerichte Auskunft.

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