5.4.2018
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Familienförderung in Österreich

Bei der österreichischen Familienförderung haben Geld- und Steuerleistungen ein großes Übergewicht: Bisher gingen 6,9 Mrd. Euro oder mehr als zwei Drittel der Ausgaben in diesen Bereich. Sachleistungen – allen voran Kinderbildung – erreichten nicht einmal ein Drittel.

Grafik © Tea Mina Jaramaz

Das ist schade, denn gerade gut ausgebaute Kinderbetreuung und -bildung ist ein Schlüssel für bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr Frauenerwerbstätigkeit und damit mehr Gleichstellung. Außerdem trägt sie zentral zur Chancengerechtigkeit für die Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft bei.

Mit dem neuen Familienbonus wird das Ungleichgewicht noch größer. Die Ausgaben für Geld und Steuerleistungen steigen auf 8,4 Mrd. Euro jährlich. Der Anteil der Sachleistungen schrumpft damit auf ein Viertel. Das steht ganz im Gegensatz zur internationalen Entwicklung. Hier hinkt Österreich bei den Ausgaben für Sachleistungen nicht nur hinter den Skandinavischen Staaten nach, sondern liegt auch hinter Ländern wie Deutschland, Frankreich, Irland, Spanien oder Ungarn.

Hätte man die 1,5 Mrd. für den Familienbonus in die Kinderbetreuung und -bildung investiert, wäre die Familienförderung insgesamt deutlich ausgewogener geworden. Diese Mittel hätten in der Kinderbildung eine Budgetaufstockung von 67% bedeutet und einen riesigen Sprung nach vorne sowohl bei der Verfügbarkeit der Plätze und den Öffnungszeiten, wie auch bei der Qualität (Verhältnis PädagogInnen – Kinder) ermöglicht.

Forderung
  • Eine Familienförderung, die Familien aller Einkommensstufen zu Gute kommt und Kinderarmut wirksam verhindert
  • Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab 1. Lebensjahr: der muss auch einlösbar sein – dafür braucht es mehr Plätze und bessere Öffnungszeiten 
  • Sicherung der Finanzierung von Kinderbildung: Weiterführung der Anstoßfinanzierung nach 2017 sowie die Sicherstellung der laufenden Finanzierung

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