8. Jänner 2020: Fat Cat Day

Der Fat Cat Day – Tag der fetten Katze ist jener Tag, an dem das jährliche Einkommen von Beschäftigten durch Vorstandsmitglieder bzw. Vorstandsvorsitzende verdient wurde.

Als Einkommen der österreichischen Beschäftigten wird das Medianeinkommen laut Hauptverband der Sozialversicherungsträger herangezogen. Bei den Vorstandsbezügen wird die durchschnittliche Vorstandsvergütung der Vorstandsvorsitzenden in den 20 Unternehmen des Leitindex ATX (Austrian Traded Index) verwendet.

ATX Manager hat bereits das Jahresgehalt eines Beschäftigten verdient

Die Annahmen der Berechnung erfolgen analog jener des britischen High Pay Centers (ein britischer Think Tank, der Untersuchungen und Analysen zu Themen wie Top-Einkommen, Corporate Governance und Unternehmensleistung durchführt): Ein CEO (Chief Executive Officer, Vorstandsvorsitzender) arbeitet demnach 12 Stunden am Tag, nimmt sich an einem von 4 Wochenenden frei und kommt mit 10 Tagen Urlaub plus 9 Feiertagen aus. Unterm Strich arbeitet ein CEO somit 320 Tage oder 3.840 Stunden.

Unter Berücksichtigung dieser Annahmen ergibt sich damit für Österreich im heurigen Jahr der 8. Jänner als Fat Cat Day.

Grafik © Tea Mina Jaramaz
© Tea Mina Jaramaz
Bei einem Stundenlohn von 624 Euro muss ein Vorstandsvorsitzender lediglich 51 Stunden arbeiten, um das Jahres-Medianeinkommen eines österreichischen Beschäftigten zu erreichen. Bei einem 12-Stunden Tag sind es im Schnitt 4 Arbeitstage. Damit hat ein durchschnittlicher ATX-Vorstandsvorsitzender innerhalb von 4 Arbeitstagen das Medianeinkommen eines österreichischen Beschäftigten verdient. Der 1. Jänner ist wie der 6. Jänner ein Feiertag, daher ergibt sich für 2020 der 8. Jänner als Fat Cat Day.

Unsere Forderungen

Die Vergütungssysteme der Top-Manager der österreichischen Leitunternehmen an der Börse entfernen sich immer weiter von einer angemessenen und nachhaltig orientierten Vergütungskultur. Der Abstand zum Einkommen der Beschäftigten nimmt zu, die Schere geht Jahr für Jahr weiter auf. Die AK fordert daher:

  • Der Aufsichtsrat hat eine angemessene Relation zwischen der Vorstandsvergütung und der Belegschaft („Manager to Worker Pay Ratio“) festzulegen. Darüber hinaus soll der Aufsichtsrat Höchstgrenzen für die Managementgehälter vorsehen.

  • Die Leistung des Vorstands sollte künftig mit mindestens 20 Prozent nicht-finanzieller Zielvereinbarung (wie Gesundheit und Sicherheit, Qualifizierung oder Diversität in Führungspositionen) honoriert werden.

  • Um für mehr Transparenz und bessere Vergleichbarkeit zu sorgen, ist ein klarer und verständlicher Vergütungsbericht notwendig. Das gilt gerade für Abfertigungen bzw. Abfindungen, Pensionszusagen, aber auch für Versicherungsleistungen.