2.7.2020

Das 2-Mrd-Geschenk für Unternehmen

Die Wirtschaft kann sich freuen. Das Konjunkturstärkungsgesetz sieht nämlich für Unternehmen einen Verlustrücktrag vor. Das heißt Verluste aus 2020 können mit Gewinnen aus 2018 & 2019 gegenverrechnet werden. Ein erhebliches Steuergeschenk für Unternehmen, denn sie erhalten damit bezahlte Gewinnsteuern wieder zurück.

Die Regierung rechnet mit Kosten von rund zwei Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die viel kritisierte und im Regierungsprogramm vorgesehene Senkung der Körperschaftsteuer (KöSt) hätte ein Volumen von 1,6 Mrd Euro pro Jahr ausgemacht.

Eine weitere Senkung von Gewinnsteuern zusätzlich zum Verlustrücktrag muss damit vom Tisch sein. Wenn Unternehmen mit Steuergeld aufgefangen werden, müssen sie in der Zukunft auch faire Beiträge leisten.

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Eine gerechte & solide Krisenfinanzierung

AutorIn: Philipp Gerhartinger

Grafik © Tea Mina Jaramaz
© Tea Mina Jaramaz

Die AK sieht die Möglichkeit für einen Verlustrücktrag insgesamt sehr kritisch und lehnt diesen aus mehreren Gründen ab.

  • Dringend notwendige Investitionsanreize werden damit nicht getätigt. Spezifische Investitionsanreize oder Förderungen (Kostenzuschüsse) sind besser geeignet um coronabedingte Unternehmensverluste abzugelten.

  • Außerdem führt diese Maßnahme zu einer nicht gerechtfertigten Glättung der progressiven Einkommensteuer.

  • Die Höhe der Steuerausfälle kann erhebliche Ausmaße erreichen. Die Regierung selbst spricht von Kosten in Höhe von 2 Mrd Euro. Sehr viel, obwohl es in der KöSt im Vergleich zur Lohn- und Einkommensteuer keine kalte Progression gibt, die abgegolten werden muss.

  • Schon jetzt tragen ArbeitnehmerInnen und KonsumentInnen den größten Anteil am Steueraufkommen. Die AK tritt hier für Änderungen ein, vor allem sehr Reiche sollten mehr Steuern bezahlen. Dass Unternehmen weniger Steuern bezahlen, ist auch der falsche Weg. Aus diesem Grund sollte von weiteren Steuerreduzierungen (wie etwa die Senkung der Körperschaftsteuer) unbedingt Abstand genommen werden.

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