Mann steckt Geld ein © Fabio Balbi, stock.adobe.com
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6.5.2021

AK Dividendenreport: Es fließt wieder

In zwei Wochen sperrt ein großer Teil von Österreichs Wirtschaft wieder auf. Damit wird vor allem für viele Betriebe in der Gastronomie und Hotellerie aber auch in der Kultur ein monatelanger Lockdown beendet. Die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise werden aber erst in den kommenden Monaten sichtbar werden. 

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Hohe Dividenden für AktionärInnen der ATX Konzerne

„Ökonomisch sinnvoll wäre es, erwirtschaftete Gewinne in Beschäftigte und Sachanlagen zu investieren, um für die Zukunft gerüstet zu sein und die Liquidität zu erhalten“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. Doch wie der AK.Dividenden.Report.2021 zeigt, dürfen sich die AktionärInnen der ATX Konzerne bereits wieder über hohe Dividenden freuen. 

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Insgesamt 17 der 20 Unternehmen, die im Leitindex ATX der Wiener Börse gelistet sind, haben bereits ihre Dividendenzahlungen auf Basis der 2020 erzielten Gewinne publik gemacht. „Lediglich zwei Unternehmen – SBO und Lenzing – verzichten auf Ausschüttungen, die S Immo legt sich noch nicht fest, sieben erhöhen kräftig, weitere vier behalten das Niveau aus 2020 bei und drei Konzerne – die Post, Vienna Insurance und EVN – kürzen ihre Dividende“, fasst Markus Oberrauter, Studienautor und Betriebswirt in der AK Wien, das Ergebnis zusammen. 

Dabei ist das den AktionärInnen zurechenbare Ergebnis dieser 17 Unternehmen im Vergleich zu 2019 um fast 39 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro gesunken. Die Ausschüttungen belaufen sich insgesamt auf bis zu 3,2 Milliarden Euro – nach Corona bedingten 1,6 Milliarden Euro im Vorjahr.

Banken in Startposition

In den 3,2 Milliarden Euro sind bereits die Ankündigungen der Banken enthalten, im vierten Quartal kräftig auszuschütten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte bekanntermaßen für das Geschäftsjahr 2019 empfohlen, von Dividendenzahlungen Abstand zu nehmen, um durch die Stärkung des Kapitals die Rolle der Kreditinstitute als Kreditgeber sowie die Finanzmarktstabilität sicherzustellen. Deshalb flossen 2020 keine Dividenden. Im Dezember 2020 forderte die EZB die Banken erneut auf, bis Ende September 2021 auf Ausschüttungen zu verzichten bzw. diese zu begrenzen.

Alle drei im ATX notierten österreichischen Finanzinstitute – Bawag, Erste Group und RBI – haben für das vierte Quartal, also nach Ablauf der Frist mit Ende September, zusätzliche Dividendenzahlungen angekündigt.  „Kommen diese Ausschüttungen zur Anwendung, belaufen sich die Dividendenzahlungen der drei Banken allein auf 1,6 Milliarden Euro“, rechnet Oberrauter vor. Und weiter: „Dabei wäre es angesichts möglicher nicht einbringlicher Kredite, verursacht durch die Folgen der Coronakrise, wirtschaftlich sinnvoller, das Geld in den Banken zu halten.“

Dividendenkaiser ist der Mineralölkonzern OMV

Dividendenkaiser ist der Mineralölkonzern OMV, der bei einem um 25 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro gesunkenem Gewinn 605 Millionen Euro an die AnteilseignerInnen austeilt – übrigens die höchste Dividendenzahlung in den vergangenen zehn Jahren.  

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