7.5.2020

Ungleiche Vermögensverteilung in Österreich

Vermögen ist in Österreich sehr ungleich verteilt. Die Daten, um Vermögen zuordnen zu können, erhebt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) im sogenannten Household Finance and Consumption Survey (bisher wurden drei Befragungswellen durchgeführt).

Ungleichverteilung wird unterschätzt

Die Daten basieren allerdings auf Umfragen und haben daher einen entscheidenden Nachteil – die Vermögen der Superreichen werden nur unzulänglich umfasst. Denn Millionäre und Milliardäre lassen sich bekanntlich nicht gerne in die Karten schauen. Daher sind die Ergebnisse notgedrungen verzerrt. Sowohl Bestand als auch Ungleichverteilung der Vermögen werden systematisch unterschätzt.

Vermögen ist extrem ungleich verteilt

Die AK hat eine Studie in Auftrag gegeben, um auch die Vermögen der Super-Reichen zu erfassen. Wissenschaftler an der Johannes Kepler Universität Linz haben mittels eines mathematischen Verfahrens diese Zahlen berechnet. So ergibt sich, dass dem reichsten Prozent in Österreich ganze 41 Prozent des Vermögens gehören. Die reichsten zehn Prozent verfügen sogar über zwei Drittel. Laut dieser Studie gibt es in Österreich 14.800 Millionäre und 40 Milliardäre.

Grafik © Tea Mina Jaramaz
© Tea Mina Jaramaz

Damit ist Österreich übrigens auch im internationalen Vergleich im Spitzenfeld zu finden. Nur in Zypern, Estland und den Niederlanden – alles bekannte Steuerparadiese – ist die Vermögenskonzentration noch höher als in Österreich.

Dagegen hat die Hälfte der Bevölkerung nicht einmal 3 Prozent am Vermögen. Jeder 20. Haushalt hat gar nichts auf der hohen Kante oder ist sogar verschuldet. Dabei sind es gerade die ArbeitnehmerInnen und KonsumentInnen, die den größten Teil zum Steuerkuchen beitragen. Sogenannte Vermögenssteuern machen nur einen sehr geringen Anteil aus.

Millionäre sollen einen fairen Beitrag leisten!

Die AK fordert eine Steuer auf hohe Vermögen und Erbschaften. Diese könnte – je nach Ausgestaltung – bis zu sieben Milliarden Euro im Jahr bringen. Gerade in der aktuellen Krise wären diese Einnahmen für den Staat von enormer Bedeutung. Schließlich gilt es, die Kosten der Krise zu stemmen. Daher ist es höchst an der Zeit, dass auch die Reichen einen fairen Beitrag zum Steuerkuchen leisten.

Video: Vermögen in Österreich