13.2.2020

Mit Lohntransparenz die Einkommensschere verkleinern

Frauen verdienen in Österreich weniger als Männer. Das hat mehrere Gründe. Ein wesentlicher davon ist, dass Frauen deutlich mehr unbezahlte Arbeit leisten.

Frauen leisten mehr unbezahlte Arbeit

Erwerbstätige Frauen arbeiten im Schnitt 27 Stunden in der Woche unbezahlt im Haushalt, in der Kinderbetreuung und in der Pflege. Bei Männern sind es nur rund halb so viele Stunden. Das hat zur Folge, dass Frauen nicht nur weniger Freizeit oder Zeit für sich haben. Die Mehrbelastung hat gesundheitliche Auswirkungen, hat negative Folgen für Beruf, Karrierechancen und soziale Absicherung.  

Daher braucht es mehr Vereinbarkeit für Beruf und Familie, damit Frauen nicht wegen fehlender Kinderbetreuung in Teilzeit gezwungen werden und eine Arbeitszeitverkürzung.

Die Gerechtigkeit ist gekommen um zu bleiben. #fürimmer © AK

Gerechtigkeit ist gekommen um zu bleiben.

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Grafik © Tea Mina Jaramaz
© Tea Mina Jaramaz

Löhne und Gehälter offenlegen!

Gegen die Diskriminierung bei der Bezahlung hilft auch eine volle Offenlegung aller Löhne und Gehälter im Betrieb.

Die Europäische Kommission hat einen Plan vorgelegt, damit in Europa etwas in Sachen fairer Lohn weitergeht. Insbesondere die Idee der Lohntransparenz und verpflichtender Quoten in Aufsichtsräten werden von der AK begrüßt.

AK Präsidentin Renate Anderl: „Ich fordere volle Lohntransparenz im Betrieb, weil wir aus der AK Beratung wissen: Die Heimlichtuerei beim Einkommen verhindert, dass Frauen gleichen Lohn für gleiche Arbeit wirksam einfordern können, wenn notwendig auch vor Gericht.“

Mit den Einkommensberichten in großen und mittleren Unternehmen ist in Österreich zwar bereits ein Instrument zu mehr Lohntransparenz vorhanden, doch es sind dringend weitere Maßnahmen notwendig, um Gerechtigkeit bei Löhnen und Gehältern herzustellen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollen innerhalb des Unternehmens Einblick bekommen, wie viel wer verdient.