10.10.2019

Hohe Mehrkosten durch Kassenfusion

Im Vorfeld der Krankenkassenfusion war von der „Patienten-Milliarde“ die Rede. „Mittlerweile ist klar, dass es eigentlich Milliardenbelastungen für PatientInnen sind, die anstehen“, sagt AK Direktor Christoph Klein. Denn die Mehrkosten durch die überhastete unausgegorene Reform der Sozialversicherungen werden sich ab 2022 auf mehr als eine Milliarde Euro im Jahr belaufen. „Den Versicherten drohen daher Leistungskürzungen oder Beitragserhöhungen“, sagt AK Direktor Christoph Klein.

Grafik © Tea Mina Jaramaz
© Tea Mina Jaramaz

Die AK hat auch vor dem Verfassungsgerichtshof die Kassenzentralisierung kritisiert. Denn in der neuen Struktur werden ArbeitnehmerInnen in ihrer Kasse nicht mehr das Sagen haben. Dabei sind die Arbeitgeber selbst nicht in dieser Kasse versichert. Und die Interessen der Arbeitgeber sind andere als die der Arbeitnehmer: Ihr Interesse ist, die Kosten gering zu halten und Geschäfte zu machen – sei es durch den Verkauf von Medikamenten oder anderen Produkten, sei es durch Privatisierungen von Gesundheitseinrichtungen.  

Auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht erscheint die Zusammenlegung nicht ratsam wie ein vor kurzem vorgestelltes Gutachten von Professor Otto Krickl vom Institut für Organisation und Institutionenökonomik der Uni Graz zeigt: Fusionskosten werden massiv unterschätzt, Effizienzpotenziale aufgrund schwerster methodischer und rechnerischer Fehler massiv überschätzt.

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