8.3.2019

Druck auf Gehälter

Die Regierung plant eine Neuregelung der Rot-Weiß-Rot-Card. Sogenannte Schlüssel­kräfte sollen künftig noch leichter von außerhalb der EU ins Land geholt werden können. Dabei sollen auch die Gehalts­grenzen für diese Schlüssel­kräfte gesenkt werden. Das bedeutet für Personen unter 30 Jahre nach dem Regierungsentwurf rund 2.000 Euro brutto und 1.480 Euro netto im Monat.

Grafik © Tea Mina Jaramaz

Wer diese Lohngrenze für Schlüsselkräfte nach unten setzt, bringt die Fachkräfte in Österreich noch stärker unter Lohn-Druck, gerade in Branchen mit eher geringerem Lohnniveau, wie dem Handel oder dem Tourismus. Mehr Arbeitskräfte aus Drittstaaten wie Moldawien oder der Ukraine in diesen Branchen heißt, dass höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen von den Gewerkschaften noch viel schwerer als schon jetzt durchgesetzt werden können.

„Damit fördert die Regierung Lohndumping“, warnt AK Präsidentin Renate Anderl. Denn durch die neue Regelung der Rot-Weiß-Rot-Karte kommen alle unter Druck, die über dem Durchschnitt verdienen. Facharbeiter haben damit nur mehr wenig Verhandlungs­masse.  

Forderung

Besser als neue Arbeitskräfte von außerhalb  verstärkt nach Österreich zu holen, wäre es, Arbeitssuchende in Österreich in den gefragten Berufen auszubilden. Ein großes Arbeitskräfte-Potenzial sind auch die Frauen. Derzeit arbeiten fast 50 Prozent der Frauen Teilzeit. Wenn sie arbeitslos werden oder in Pension gehen, spüren sie die Folgen bitter: Viele geraten an die Armutsgrenze. Doch statt Frauen mehr Vollzeitarbeit zu ermöglichen und ihr Können besser zu nutzen und dem AMS dafür einen klaren Auftrag zu geben, werden mit der Rot-Weiß-Rot-Card neue ArbeitnehmerInnen aus Drittstaaten geholt.