Baby isst gesund © Stephanie Eichler, stock.adobe.com
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15.2.2022

Ja zu nachhaltigem Konsum, aber Hürden bleiben

Nachhaltiger Konsum ist bei Österreichs Konsument:innen im Alltag sehr wohl ein Thema. Das zeigt eine AK Studie mit bis zu 600 Befragten zum nachhaltigen Konsum bei Lebensmitteln, Reisen und Haushaltsgroßgeräten, die auf einer Panel-Befragung aus 2019 bis 2020 basiert.

Konsument:innen setzen auf Nachhaltigkeit

Konkret: Fast jede:r Zweite kauft gezielt Bio- oder Fairtraide-Produkte. Ein Drittel boykottiert und buykottiert regelmäßig Produkte beim Lebensmitteleinkauf. Die Mehrheit befürwortet Maßnahmen wie Plastiksackerlverbot und drei von vier sagen: Es gibt zu viele Gütezeichen. 

Wer „Urlaub auf Balkonien“ macht, nennt dafür meist finanzielle Gründe. Und ein Drittel der Konsument:innen gibt an, das eigene Reiseverhalten durch die Klimadebatte bereits verändert zu haben.

Beim Kauf von Haushaltsgroßgeräten, etwa Kühlschrank, Geschirrspüler und Waschmaschine achtet die Mehrheit der Befragten auf Nachhaltigkeitskriterien, aber auch langlebigere Produkte und Reparaturen stoßen bei einem Großteil auf Widerhall. 

AK Konsumforscherin Johanna Bürger: „Konsument:innen sind bereit, nachhaltig zu konsumieren. Die größten Hürden dabei sind etwa fehlende klare Kennzeichnung von nachhaltigen Lebensmitteln, ein Wirrwarr an Gütezeichen und schwierige bis unmögliche Reparaturen. Freilich hängen Entscheidungen sehr oft auch vom Einkommen ab – wer weniger Geld hat, greift vorzugsweise nicht zu Bioware oder fliegt nicht in den Urlaub.“

Unsere Forderungen

„Konsument:innen orten Hürden für nachhaltigen Konsum, daher braucht es Regeln“, resümiert Gabriele Zgubic, Leiterin der AK Abteilung Konsument:innenpolitik. Konkret fordert Zgubic:

  • Mehr Schutz vor Greenwashing. Denn da hängen sich Unternehmen oft einen grünen Anstrich um, wenn sie Konsument:innen suggerieren, einen besonderen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, obwohl es gar nicht so ist;

  • Gütesiegel müssen einheitlich definierte Kriterien haben plus eine unabhängige Kontrolle;

  • Beim Lieferkettengesetz sollen Konsument:innen sicher sein, dass ihre gekaufte Ware frei von Menschrechtsverletzungen und Umweltzerstörung ist – gesetzliche Regeln sind dringend nötig.

  • Konsument:innen brauchen ein Recht auf Reparaturen

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