1.3.2017

AK-Tipps für Care-Energy-KundInnen

Rund 13.000 KundInnen von Care Energy in Österreich sind von der Insolvenz des Billig-Stromanbieters betroffen. In der AK sind bereits diverse Beschwerden von Care-Energy-KonsumentInnen eingelangt, weil offenbar ihre Kundendaten an andere Unternehmen verkauft wurden. „Wir sehen das aus datenschutzrechtlicher Sicht sehr kritisch“, sagt AK Energieexpertin Sandra Siedl. „Das unaufgefordert vorgebrachte Angebot sollte nicht vorschnell angenommen werden. Die betroffenen Strom-KundInnen brauchen keine Angst haben, im Dunkeln zu sitzen und sollten in Ruhe die Tarife vergleichen, bevor sie sich entscheiden.“

Kunden werden unterbrechungs­frei mit Strom versorgt

Es ist das erste Mal, dass in Österreich KonsumentInnen von der Pleite eines Energieanbieters betroffen sind. Allerdings ist in Österreich für solche Fälle vorgesorgt. Die Kundinnen und Kunden müssen dazu selbst nicht aktiv werden, denn sie werden in jedem Fall unterbrechungsfrei weiterhin mit Strom versorgt: Die Regulierungsbehörde E-Control teilt den Kundinnen und Kunden einen Ersatzlieferanten zu. Dieser Ersatzlieferant muss die Kundinnen und Kunden über die Belieferung informieren und diese zu seinem Standard-Tarif beliefern. Wenn sie das Angebot nicht annehmen wollen, dann können sie binnen zwei Wochen zu einem anderen Anbieter wechseln.

Unabhängig davon können Kundinnen und Kunden von Care Energy aber auch jetzt schon zu einem Lieferanten ihrer Wahl wechseln. Mithilfe des Tarifkalkulators der E-Control besteht die Möglichkeit, das aktuell günstigste Stromangebot zu ermitteln und mit anderen Anbietern zu vergleichen. „Achten Sie dabei aber auf befristete Rabatte, automatische Preisanpassungen und Bindungsfristen“, rät AK Energieexpertin Sandra Siedl.

Ungebetene Anrufe von anderen Anbietern nach der Pleite

Einige der Care-Energy-KundInnen haben ungebetene Anrufe von anderen Anbietern erhalten. Bei der AK sind dazu Beschwerden eingelangt. „Die werbenden Anbieter sollten die Quelle der benutzten Kundendaten offenlegen und die Zulässigkeit ihrer Verwendung nachweisen. Da Anrufe zu Werbezwecken ohne vorherige Einwilligung des Teilnehmers unzulässig sind, müssen sie außerdem die Zustimmung der Betroffenen belegen“, sagt AK Energieexpertin Sandra Siedl. Die AK prüft derzeit, ob alle Regeln eingehalten wurden. Betroffene können sich in jedem Fall bei der AK melden, um Hilfe zu erhalten. „Kundinnen und Kunden sollten sich nicht unter Druck setzen lassen und keinesfalls vorschnell Verträge abschließen“, sagt AK Energieexpertin Sandra Siedl.

AK-Tipps für betroffene KundInnen

Tipps

  • Kundinnen und Kunden können auch jetzt schon zu einem Lieferanten ihrer Wahl wechseln. Der Tarifkalkulator (www.e-control.at/tk) bietet die Möglichkeit, das aktuell günstigste Strom- und Gasangebot zu berechnen und zeigt die Preisunterschiede zu anderen Anbietern. 
  • Achtung: Manche Strom- und Gasanbieter gewähren hohe Preisrabatte, die nur im ersten Jahr gültig sind. Das kann dazu führen, dass Sie im zweiten Jahr nach Vertragsabschluss mit deutlich höheren Kosten konfrontiert sind. Vergleichen Sie daher die Preise über mehrere Jahre!
  • Achten Sie bei einem möglichen Tarif- bzw. Anbieterwechsel auch auf automatische Preisanpassungen und Bindungsfristen.
  • Telefonische Angebote gut prüfen: Nicht unter Druck setzen lassen und keinesfalls vorschnell Verträge abschließen. 
  • Haushalte die GIS-befreit sind, haben Anspruch auf eine Deckelung der Ökostrom-Förderkosten (max. 20 Euro pro Jahr). Anträge sind beim Gebühren Info Service (GIS) zu stellen.

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